"Die AfD verdient keinen Opferstatus" | Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung

"Die AfD verdient keinen Opferstatus"

Datum: 
Mittwoch, 25. Oktober 2017
Medium: 
Rhein-Neckar-Zeitung (RNZ)

"(...) Im Großen Sitzungssaal des Rathauses lieferte der promovierte Politologe und Projektleiter am Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung, Christian Stecker, im Anschluss Erklärungs- und Bewertungsansätze. Der typische AfD-Wähler sei nicht wesentlich schlechter gestellt als der 'Durchschnittswähler', jedenfalls nach objektiven Maßstäben. Er fühle sich aber subjektiv benachteiligt. Seine Entscheidung für die AfD habe ihren Grund in der Unzufriedenheit mit den Leistungen der Regierung - vor allem mit Blick auf deren Flüchtlingspolitik. 60 Prozent der AfD-Wähler hätten die Partei nicht aus Überzeugung, sondern 'aus Enttäuschung' gewählt.

Daneben zeigten sich AfD-Wähler äußerst skeptisch gegenüber politischen Eliten und der repräsentativen Demokratie, stammten eher vom Land als aus der Stadt und öfter aus dem Osten als aus dem Westen - was Sachsen beweise, wo die AfD stärkste politische Kraft wurde. Weil die AfD-Bindung dieser Wähler aber relativ schwach sei, könnten sie auch wieder zurückgeholt werden. Ein anderer Trost: Obwohl Tschechien aktuell mit 41 Prozent rechtsnational und rechtspopulistisch gewählt hatte, die FPÖ in Österreich 26,5 Prozent geholt hatte und Dänemark mit 21 Prozent 'nach rechts' gedriftet sei, werde auf dem europäischen Kontinent 'die Demokratie nirgendwo aus den Angeln gehoben'. (...)"

Beteiligte Personen: