Mannheimer Sozialforscher: Spitzenkandidaten machen Europa demokratischer

Mit der erstmaligen Nominierung von Spitzenkandidaten für das Amt des EU-Kommissionspräsidenten bei der Europawahl 2014 hat die Europäische Union einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu mehr Demokratie getan. Das ist das Ergebnis einer Studie von Politikwissenschaftlern des Mannheimer Zentrums für Europäische Sozialforschung (MZES) der Universität Mannheim und der London School of Economics and Political Science (LSE).

In einer nun veröffentlichten Untersuchung kommen Schmitt, Popa und ihre Londoner Kollegin Sara Hobolt zu dem Schluss, dass der Wahlkampf der Spitzenkandidaten tatsächlich Wirkung zeigte. So habe die Personalisierung des Wahlkampfes die individuelle Wahrscheinlichkeit einer Wahlbeteiligung messbar erhöht. "Wer beispielsweise den Kandidaten Martin Schulz in der Befragung wiedererkannte, der hatte eine um 37 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit zur Wahl zu gehen, als der Durchschnitt", erklärt Hermann Schmitt. In Bezug auf Jean-Claude Juncker seien ähnliche Werte ermittelt worden. (Pressemitteilung 27.08.2015; siehe PDF für gesamten Text)