Neuer Vorstand am MZES – Partizipation, Integration und Migration im Fokus

Der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Marc Debus (38) ist neuer Direktor des Mannheimer Zentrums für Europäische Sozialforschung (MZES) der Universität Mannheim. Debus folgt als Direktor turnusgemäß auf den Soziologen Professor Dr. Frank Kalter, der nach dreijähriger Amtszeit als Direktor und insgesamt über acht Jahren im Vorstand des MZES aus dem Gremium ausscheidet.

Marc Debus gehörte dem dreiköpfigen Vorstand des MZES bereits seit Frühjahr 2014 als Leiter des Arbeitsbereichs B „Die politischen Systeme Europas und ihre Integration“ an. Diese Position übernimmt nun der Politikwissenschaftler Professor Dr. Harald Schoen. Komplettiert wird der neue Vorstand durch den Soziologen Professor Henning Hillmann, Ph.D., der als Leiter des Arbeitsbereichs A „Die europäischen Gesellschaften und ihre Integration“ die Nachfolge von Professor Dr. Irena Kogan antritt. Anlässlich der Vorstellung des Jahresberichts 2016 würdigte Marc Debus den Einsatz der bisherigen Vorstandsmitglieder: „Meinem Vorgänger Frank Kalter, aber auch unserer bisherigen Vorstandskollegin Irena Kogan gilt mein großer Dank. Das Engagement und die Kollegialität in den Gremien tragen wesentlich zum Erfolg unseres Instituts bei. Für den neuen Vorstand ist das Starthilfe und Verpflichtung zugleich.“

Forschungsagenda: Politische Partizipation, gesellschaftliche Integration und Migration in Europa

Inhaltlich möchte das Institut seine Expertise zu politischer Partizipation, gesellschaftlicher Integration und Migration in Europa weiter ausbauen. „Diese Themenfelder sind nicht nur im Brennpunkt des öffentlichen, sondern auch des wissenschaftlichen Interesses“, betont Marc Debus. „Am MZES gibt es hierzu eine lange Forschungstradition, die wir fortsetzen und stärken wollen. Mit Blick auf unsere aktuellen Mitteleinwerbungen sehe ich das MZES da auf dem richtigen Weg“, so der neue Direktor des Instituts.

4,3 Millionen Euro für bestehende und neue Projekte

2016 warben MZES-Wissenschaftler rund 4,3 Millionen Euro an Drittmitteln ein. Im langjährigen Durchschnitt liegt diese Summe bei über drei Millionen Euro. Die 2016 eingeworbenen Gelder fließen teils in bestehende Langzeitprojekte, etwa zur Integration von Einwandererkindern im internationalen Vergleich (CILS4EU) oder die größte deutsche Wahlstudie (GLES), die sich den Bundestagswahlen 2009, 2013 und 2017 widmet. Neu finanzierte Projekte befassen sich unter anderem damit, wie sozialwissenschaftliche Erhebungen methodisch verbessert werden können, wie sich Menschen in Alltagsgesprächen über Politik austauschen, oder wie sich regionale Parteien im Zeitalter von Globalisierung und europäischer Integration positionieren.

Drittmittelfinanzierung gewährleistet hohe Qualität der Forschung

Im Rahmen des Universitätshaushalts erhält das MZES lediglich eine Grundfinanzierung. Die einzelnen Forschungsprojekte müssen grundsätzlich mit externen Mitteln finanziert werden. Geldgeber sind neben der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) auch die Europäische Union, das Land Baden-Württemberg, der Bund sowie private Stiftungen der Forschungsförderung.
Der Grundsatz der drittmittelfinanzierten Forschung ist wichtiger Bestandteil der Qualitätskontrolle des MZES. Projektentwürfe werden vor Einreichung eines Drittmittelantrages unter anderem vom international besetzten wissenschaftlichen Beirat des Instituts begutachtet. Anschließend entscheiden die Fördereinrichtungen in einem beidseitig anonymisierten Verfahren über die Anträge. „Erfolgreiche Projektanträge sind somit auch immer ein Beleg seitens externer Experten für die Qualität unserer Arbeit“, betont Marc Debus.

Konstant hohe Publikationszahlen

Auf konstant hohem Niveau bewegen sich auch die Publikationszahlen des Instituts. Im vergangenen Jahr haben MZES-Wissenschaftler – neben zahlreichen Büchern, Arbeitspapieren und Buchkapiteln – 86 Artikel in wissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlicht. „Viele dieser Beiträge haben es in die international anerkanntesten Fachpublikationen geschafft, die entsprechend stark wahrgenommen und häufig zitiert werden. Dass wir in diesen Zeitschriften so präsent sind, ist ganz besonders erfreulich“, fasst Debus zusammen.

Mit heute rund 80 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ist das 1989 gegründete MZES die größte sozialwissenschaftliche Forschungseinrichtung einer deutschen Universität. Besonderes Augenmerk gilt der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, etwa in Form projektbezogener Promotionsmöglichkeiten sowie mit Hilfe von Fellowships mit einer Laufzeit von bis zu fünf Jahren, die die Ausarbeitung eigener Forschungsvorhaben ermöglichen. Das Institut unterhält Kooperationen mit über 180 wissenschaftlichen Einrichtungen in Europa und weltweit.

Der MZES-Jahresbericht 2016 als PDF-Datei (in englischer Sprache; 1,0 MB):
http://www.mzes.uni-mannheim.de/download/taet16.pdf

(Pressemitteilung Universität Mannheim, 30. März 2017; siehe PDF für gesamten Text)