Amtsinhabereffekte im deutschen Mischwahlsystem

Fragestellung/Ziel: 

Die Literatur zu Amtsinhabereffekten deckt in unterschiedlichen institutionellen Kontexten Stimmenboni für Amtsinhaber auf. Sie zeigt, dass die Höhe des Stimmenvorteils abhängig vom Wahlsystem variiert, wobei Amtsinhaber in Einpersonenwahlkreisen größere Vorteile haben, als in Wahlsystemen mit geschlossenen Listen. In gemischten Wahlsystemen kann Amtsinhaberschaft auf unterschiedliche Weisen erworben werden und somit Unterschiedliches bedeuten: dass die Kandidatin das Wahlkreismandat in der Mehrheitswahlkomponente errungen hat, oder dass sie in der Verhältniswahlkomponente über die Landesliste ihrer Partei in den Bundestag eingezogen ist. Dabei ist zu beachten, dass die beiden Kategorien der Amtsinhaberschaft im deutschen kompensatorischen Mischwahlsystem nicht disjunkt sind. Welchen elektoralen Vorteil bringt die jeweilige Form der Amtsinhaberschaft bei nachfolgenden Wahlen? Wirken sich die Amtsinhabereffekte nur in der jeweiligen Komponente des Mischwahlsystems aus, oder gibt es Spillover-Effekte auf den Wettbewerb in der anderen Komponente? Und wie wirkt sich die mittels der Mehrheitswahlkomponente errungene Amtsinhaberschaft auf eine anschließende Kandidatur in der Verhältniswahlkomponente und umgekehrt aus? Das Projekt analysiert deutsche Bundestagswahlen ab 1953, um diesen Fragen nachzugehen.

Fact sheet

Finanzierung: 
MZES
Laufzeit: 
2018 bis 2022
Status: 
in Vorbereitung
Datenart: 
Informationen zu Wahlbewerberinnen aller deutschen Bundestagswahlen aus offiziellen Quellen
Geographischer Raum: 
Deutschland

Veröffentlichungen