Bildungserwerb mit Migrationshintergrund im Lebenslauf
Das Projekt ist Teil der sogenannten Säule 4 "Bildungswerb mit Migrationshintergrund im Lebensverlauf" des Nationalen Bildungspanels (NEPS). Ergänzend zu anderen NEPS-Schwerpunkten werden die Probleme spezifisch ethnischer Bildungsungleichheit und deren Verschränkung mit allgemeinen Mechanismen sozialer Bildungsungleichheit untersucht. Zahlreiche Studien zeigen, dass Schüler mit Migrationshintergrund oftmals ungünstigere Bildungsverläufe, niedrigere schulische Kompetenzen sowie geringere Bildungsrenditen vorweisen als Gleichaltrige ohne Migrationshintergrund. Zwar konnten im Rahmen einzelner Untersuchungen bereits eine Reihe von Hypothesen und Mechanismen formuliert und erste Erklärungen dieser Unterschiede gegeben werden, für die Überprüfung zahlreicher Hypothesen fehlen bislang jedoch geeignete Daten. Das Projekt soll als Teil des NEPS zur Schließung dieser Lücke beitragen. Von der Arbeitsgruppe am MZES werden dafür Messinstrumente zu ethnischen Ressourcen und kulturellen Orientierungen entwickelt, v.a. zu Sozialem Kapital und Segmentierter Assimilation sowie Identität, Akkulturation, Religiosität und Transnationalismus. Die entwickelten Instrumente werden in verschiedenen NEPS-Teilstudien eingesetzt.
Im Jahr 2012 haben wir migrantenspezifische Instrumente für 25 NEPS-Teilstudien entwickelt. Zur Vorbereitung der nächsten Panelwellen wurden Preload-Daten für befragtenspezifische Interviewsteuerungen aufbereitet und Pilotstudien durchgeführt. Wir haben zudem Daten der NEPS Startkohorten 2 (Kindergarten) bis 6 (Lebenslanges Lernen) gesäubert und für Nutzer aufbereitet. Forschungsergebnisse wurden auf Konferenzen der DGS, des ECSR, des RC33 und auf dem ISA-Forum präsentiert. Derzeit bereiten wir Publikationen zum Bildungserfolg, zur Arbeitsmarktintegration sowie zur Identifikation und sozialen Einbettung von Migranten vor.
