Demokratisierung der EU durch Einbindung der Zivilgesellschaft: Die Rolle der Europäischen Kommission (DEMOCIV) | Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung

Demokratisierung der EU durch Einbindung der Zivilgesellschaft: Die Rolle der Europäischen Kommission (DEMOCIV)

Fragestellung/Ziel: 

Die zentrale Forschungsfrage lautete, ob die von der deliberativen Demokratietheorie formulierten Wirkungsmechanismen in ein empirisches Untersuchungsprojekt übersetzt und die theoretisch begründeten Erwartungen an den Demokratie fördernden Beitrag der Zivilgesellschaft im EU System empirisch festgestellt werden können. Vorgehensweise: Als zentrale Messkriterien von Demokratie wurden Repräsentativität/Reziprozität im Diskurs, Publizität und Rechenschaftspflicht definiert. Die empirische Untersuchung konzentrierte sich auf das Konsultationsregime der EU Kommission und die horizontalen sowie vertikalen Interaktionsbeziehungen in zwei Politikfeldern. Es wurde eine Datenbank der einschlägigen online Konsultationen angelegt; die Diskursanalyse wurde durch Interviews und weitere Dokumentenauswertung ergänzt. Wichtigste Ergebnisse: Die neue Konsultationspolitik der EU hat den intermediären Raum für weitere Interessen geöffnet und die Art und Intensität der politischen Kommunikation im Sinne einer gleichberechtigteren Teilhabe der so genannten „schwachen Interessen“ verändert. Die stärkere Einbindung der Gemeinwohl orientierten Interessengruppen hat zu ihrer intensiveren Vernetzung auf EU Ebene und zur Professionalisierung geführt, was Veränderungen in den innerorganisatorischen Kommunikationsbeziehungen zur Folge hat. Es gibt einen Zugewinn an öffentlich zugänglichem Diskurs, der aber routinemäßig nicht über die EU Elitezirkel hinaus auch die nationale und lokale Ebene erreicht.

Fact sheet

Finanzierung: 
DFG
Laufzeit: 
2003 bis 2008
Status: 
beendet
Datenart: 
Interviews, Diskursanalyse, Netzwerkanalyse
Geographischer Raum: 
EU

Veröffentlichungen

Bücher

Kohler-Koch, Beate, und Christine Quittkat (2013): De-Mystification of Participatory Democracy. EU Governance and Civil Society. Oxford: Oxford University Press. mehr
Knodt, Michèle, Christine Quittkat und Justin Greenwood (Hrsg.) (2012): Functional and Territorial Interest Representation in the EU. London and New York: Routledge. [Originally published as special issue of Journal of European Integration] mehr
Kohler-Koch, Beate, und Christine Quittkat (2011): Die Entzauberung partizipativer Demokratie. Zur Rolle der Zivilgesellschaft bei der Demokratisierung von EU-Governance. Frankfurt/Main: Campus. mehr
Hüller, Thorsten (2010): Demokratie und Sozialregulierung in Europa. Die Online-Konsultationen der EU-Kommission. Frankfurt a.M: Campus Verlag. mehr
Zhou, Hong, und Beate Kohler-Koch (Hrsg.) (2008): EU Governance Model (Chinesische Übersetzung). Beijing: Social Sciences Academic Press (China). mehr
Kohler-Koch, Beate, und Berthold Rittberger (Hrsg.) (2007): Debating the Democratic Legitimacy of the European Union. Lanham: Rowman & Littlefield. mehr
Knodt, Michèle, und Barbara Finke (Hrsg.) (2005): Europäische Zivilgesellschaft. Konzepte, Akteure, Strategien. Opladen: Verlag für Sozialwissenschaften. mehr
Hüller, Thorsten (2005): Deliberative Demokratie: Normen, Probleme und Institutionalisierungsformen. Münster: LIT. mehr