Die Chinesische „Belt and Road Initiative“ (BRI) und Einstellungen in Europa zu Menschenrechten

Fragestellung/Ziel: 

Demokratien müssen ständig abwägen, wie und in welchem Ausmaß die Menschenrechtslage in anderen Ländern ihre Beziehungen zu diesen ausländischen Partnern beeinflussen sollten. Groß angelegte Investitionen autokratischer Staaten in Demokratien können ökonomische Abhängigkeiten verstärken, die wiederum die Bereitschaft und die Fähigkeit demokratischer Regierungen einschränken könnten, Autokraten für ihre Menschenrechtsbilanz zu kritisieren. Saliente (Prestige-)Projekte können auch die Haltung der Bürger gegenüber dem autokratischen Staat beeinflussen. Wir untersuchen, ob und in welchem Umfang China mit seiner Belt and Road Initiative (BRI), im Deutschen bekannt als „Neue Seidenstraße“, die Präferenzen europäischer Wähler verändern kann. Dafür gehen wir zwei miteinander verbundenen Fragen nach: Erstens, haben europäische Wähler in Gebieten, in denen Chinas Belt and Road-Initiative eine große Bedeutung hat, eine andere Einstellung zu China? Zweitens, haben europäische Wähler in Regionen, in denen die BRI sehr bedeutend ist, eine andere Haltung zu Menschenrechten?

Um diese Fragen zu beantworten, analysieren wir die Auswirkungen der BRI auf die Einstellung von EU-Bürgern (1) gegenüber China, (2) zu möglichen Abwägungen zwischen Menschenrechtsfragen und ökonomischen Präferenzen und (3) zur Bedeutung von Menschenrechten im Allgemeinen. Größere ökonomische Interaktionen mit einem autokratischen Regime könnten die Präferenzen gegenüber Menschenrechten aufgrund von ökonomischen Überlegungen, aufgrund normativer Bedenken oder einer Kombination aus beidem beeinflussen.

Wir untersuchen diese Fragen mit Umfrageexperimenten in europäischen Regionen, die Teil der BRI sind, und vergleichen sie mit ähnlichen Regionen ohne diese Projekte.

Fact sheet

Laufzeit: 
2022 bis 2026
Status: 
in Vorbereitung
Datenart: 
Umfrageexperimente
Geographischer Raum: 
Italien und Frankreich

Veröffentlichungen