Die Entwicklung von Politikräumen in Mehrparteiensystemen

Fragestellung/Ziel: 

Die Entwicklung von Politikräumen wurde für das US-amerikanische Mehrheitssystem eingehend untersucht. In Mehrparteiensystemen ist die Wettbewerbssituation jedoch komplexer. Wir wissen noch wenig darüber, wie die Entwicklung von Politikräumen in Mehrparteiensystemen funktioniert. Das Projekt soll an dieser Lücke ansetzen, indem es des Erstarkens von Einwanderung als politische Streitfrage untersucht, und fragt, inwieweit dies auf ein taktisches Manöver rechtsradikaler Parteien zurückzuführen ist. In Anknüpfung an die Literatur zur Issue Evolution wird das Projekt untersuchen, wann und warum neue Themen auftauchen und so salient werden, dass dies zu einer Umstrukturierung des Politikraums führt. Es soll dabei in zweierlei Hinsicht zum aktuellen Wissensstand beitragen: Erstens soll ein theoretischer Beitrag geleistet werden. Dies geschieht durch die Formulierung eines Wettbewerbsmodells, welches sowohl Positionswechsel als auch Themenbetonung als Handlungsoptionen der Parteien beinhaltet. Zweitens wird ein empirischer Beitrag geleistet, indem die beobachtbaren Implikationen des Modells mit empirischen Daten überprüft werden.

Arbeitsstand: 

Der aktuelle Schwerpunkt unserer Forschung liegt auf der Messung von Politikräumen für westeuropäische WählerInnen, um die Anzahl und den Inhalt relevanter Policy-Dimensionen zu bestimmen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Anzahl und der Inhalt dieser Dimensionen im Laufe der Zeit und zwischen den Ländern variieren. Darüber hinaus wird eine Methode entwickelt und validiert, mit der sich die Policy-Präferenzen der WählerInnen aus Umfragedaten mit Parteipositionen aus ExpertInnenbefragungen kombinieren lassen, um das Wahlverhalten auf individueller Ebene zu modellieren. Für die EPSA-Konferenz 2022 sind zwei Konferenzbeiträge in Vorbereitung.

Fact sheet

Finanzierung: 
DFG
Laufzeit: 
2020 bis 2024
Status: 
laufend
Datenart: 
Nationale Wahlstudien
Geographischer Raum: 
Westeuropa

Veröffentlichungen