Die Governance von Aktivierungspolitiken in Europa: Unterschiedliche Antworten auf gemeinsame Herausforderungen?

Fragestellung/Ziel: 

Wohlfahrtsstaaten in Europa haben sich einem Wandel von passiven zu aktiven und aktivierenden arbeitsmarktpolitischen Instrumenten unterzogen. Obwohl es eine Vielzahl von Studien gibt, die diese nationalen Instrumente analysieren und vergleichen, wissen wir noch vergleichsweise wenig wie diese Systeme gesteuert werden. Die zentrale Fragen dieser Studie lauten daher:

  1. Welche Faktoren erklären Tendenzen der institutionellen Konvergenz und Divergenz in der Governance von Aktivierung?
  2. Wie werden die Beschlüsse von politischen Entscheidungsträgern lokal implementiert, warum in dieser Art und mit welchen Konsequenzen?

Durch die Beantwortung dieser Fragen werden nicht nur neue gesellschaftlich relevante Erkenntnisse gewonnen, sondern auch ein theoretischer Beitrag zum besseren Verständnis von institutionellem Wandel, Diffusion politischer Ideen und von sozialem Lernen geleistet. Während im ersten Teil der Studie die verschiedenen Aktivierungssysteme westeuropäischer EU Länder vorgestellt und deren Entwicklungen seit den achtziger Jahren nachgezeichnet werden, wird im zweiten Teil auf vier Fälle näher eingegangen: Dänemark, Deutschland, Niederlande und das Vereinigte Königreich. Diese vier reformorientierten Länder wurden ausgewählt, da sie konvergierende Verwaltungsstrukturen aufzeigen und dennoch divergierende lokale Umsetzungsstrategien verfolgen.

Arbeitsstand: 

Im Jahre 2013 wurden mehrere Papiere auf internationalen Konferenzen, einschließlich des jährlichen Treffens der American Political Science Association (APSA), vorgestellt. Zwei der Papiere werden momentan zur zeitnahen Begutachtung bei hochrangigen, internationalen Fachzeitschriften vorbereitet. Ein drittes im Jahre 2013 als Buchkapitel veröffentlichtes Papier stellt die Basis für die Mitgliedschaft bei RESQ, dem Quorum zur Untersuchung der Reformen öffentlicher Arbeitsverwaltungen dar. Ein viertes Papier wurde nach einem „Revise and Resubmit“ erneut bei Social Policy and Administration eingereicht.

Fact sheet

Finanzierung: 
MZES
Laufzeit: 
2009 bis 2014
Status: 
in Vorbereitung
Datenart: 
Archive, Textanalysen, Experten Umfragen und Interviews
Geographischer Raum: 
Westeuropa

Veröffentlichungen

Bücher

Barcevičius, Egidijus, J. Timo Weishaupt und Jonathan Zeitlin (Hrsg.) (2014): Assessing the Open Method of Coordination: Institutional Design and National Influence of EU Social Policy Coordination. Basingstoke: Palgrave. [Work and Welfare in Europe] mehr
Weishaupt, J. Timo (2011): From the Manpower Revolution to the Activation Paradigm: Explaining Institutional Continuity and Change in an Integrating Europe. Amsterdam: Amsterdam University Press. [Changing Welfare States] mehr