Die Innenseite von Integration und Akkulturation – Die Lebenszufriedenheit von Migranten in Europa

Fragestellung/Ziel: 

Es soll analysiert werden, was die subjektive Lebensqualität – definiert als Lebenszufriedenheit – von Migranten in Europa bedingt und inwieweit bestimmte Länder für bestimmte Zuwanderergruppen in dieser Hinsicht besonders günstige, für andere demgegenüber eher ungünstige Bedingungen bieten. Die Lebenszufriedenheit wird als das Ergebnis der Evaluation der konkreten objektiven Lebensbedingungen durch die Akteure modelliert, bei welcher sie einen individuellen Bewertungsmaßstab heranziehen. Dieser Bewertungsmaßstab hängt u.a. von der kulturellen Prä¬gung, dem Vergleich mit signifikanten anderen und den individuellen Präferenzen ab. Somit kann die Lebenszufriedenheit zwischen Bevölkerungsgruppen auch bei vergleichbaren objektiven Lebensbedingungen variieren, wenn der Bewertungsmaßstab gruppenspezifisch variiert. Die direkten Lebensbedingungen der Migranten werden wiederum durch die strukturelle und kulturelle Ordnung der jeweiligen Gesellschaft beeinflusst: z.B. durch die Ausgestaltung wohlfahrtstaatlicher Leistungen oder die allgemeinen Einstellungen gegenüber Einwanderern. Vor dem Hintergrund zunehmender internationaler Konkurrenz um Fachkräfte kann das geplante Projekt dabei helfen, die Attraktivität von Standorten differenzierter zu bewerten. Für die Analysen soll zunächst auf international vergleichende Datensätze und für differenziertere Auswertungen anschließend auf geeignete nationale Daten zurückgegriffen werden.

Arbeitsstand: 

Nach der zeitweiligen Unterbrechung aufgrund des Weggangs von Manuel Siegert wurde das Projekt ab September 2015 weitergeführt. Jing Shen hat nun die Position der wissenschaftlichen Mitarbeiterin übernommen. Wir führten die international vergleichenden Analysen bezüglich der Unterschiede der Lebenszufriedenheit bei Migranten auf der Grundlage von Daten des European Social Survey weiter. Eine Studie, die sich mit den Effekten der Eigenschaften von Aufnahmeländern – Lebensqualität, Integrationspolitik und Ungleichheitsniveau – auf die Lebenszufriedenheit von Migranten in Europa befasst, wurde bei der ECSR-Jahrestagung in Tallinn vorgestellt. Wir begannen zudem, mit den länderspezifischen Paneldaten zu arbeiten und sind aktuell damit beschäftigt, Einkommenseffekte auf das subjektive Wohlbefinden von Migranten in Großbritannien zu schätzen.

Fact sheet

Finanzierung: 
DFG
Laufzeit: 
2010 bis 2017
Status: 
laufend
Datenart: 
Sekundärdaten
Geographischer Raum: 
Deutschland, Großbritannien, Schweiz, Niederlande, Israel und Türkei

Veröffentlichungen