Die Wohlfahrt öffentlicher Beschäftigter im europäischen Vergleich

Fragestellung/Ziel: 

Das wichtigste Ziel des Projekts besteht in der Untersuchung der wohlfahrtstaatlichen Ausgestaltung der Gesetzgebung bezüglich öffentlicher Beschäftigter in mehreren europäischen Ländern, ihrer Vorbedingungen und Folgen. Im Zentrum des Projekts stehen die Institutionen des Sozialschutzes für öffentliche Bedienstete und deren notwendige Anpassung an die sich verändernden Rahmenbedingungen. Solche externen Herausforderungen, wie u.a. die Expansion der öffentlichen Beschäftigung und die daraus folgende Krise der Staatsfinanzen, die demographische Alterung, werden mit Bezug zum institutionellen Wandel des Sozialschutzes für öffentliche Bedienstete analysiert. Das Ausmaß der öffentlichen Beschäftigung und die Struktur des Sozialschutzes beeinflussen die objektiven Lebensbedingungen und die Lebensqualität von öffentlichen Beschäftigten in erheblichem Maße. Das Projekt wird die Effekte dieser Anpassungen in der öffentlichen Beschäftigung und die Wirkungen dieser Reformen des Sozialschutzes für öffentliche Beschäftigte auf die soziale Lage öffentlich Beschäftigter untersuchen. Zwei unterschiedliche Wege hinsichtlich Datensammlung und Datenanalyse werden beschritten: erstens werden detaillierte und standardisierte Länderprofile für die süd- und nordeuropäischen Länder erstellt. Diese beiden Ländergruppen wurden ausgewählt, weil sie am unterschiedlichsten sind und zwei Extreme in Hinblick auf ihre nationalen öffentlichen Dienste darstellen. Solche detaillierten Länderstudien sind notwendig, um „hermeneutisch“ die historische Entwicklung der Institutionen des Sozialschutzes öffentlicher Bediensteter und ihrer Rechtsposition zu "verstehen", von welchen beiden Faktoren anzunehmen ist, dass sie die Lebenslage öffentlicher Bediensteter erheblich determinieren. Zweitens sollen vergleichende Analysen für die gesamte Europäische Union durchgeführt werden, basierend auf großen sozialen Surveys (wie der EU Arbeitskräftestichprobe (EULFS), dem ECHP, und EU-SILC), in Hinblick auf die objektiven Lebensbedingungen (Einkommen, Pensionen, Arbeitszeit, etc.).

Arbeitsstand: 

Die Arbeit an der schwedischen Länderstudie wurde fortgesetzt. Erste Textentwürfe für alle Kapitel wurden verfasst. Mittlerweile ist die öffentliche Beschäftigung auf das Niveau von 1970 reduziert worden. Der Beschäftigungsabbau wurde hauptsächlich durch die Privatisierung staatlicher Versorgungsunternehmen (z. B. Telekommunikation) und Postenreduzierungen beim Staat und den „county councils“ verursacht. 2010 erreichte die Feminisierung des öffentlichen Sektors ihren höchsten Stand mit ca. 75 %. Die Beschäftigungsquote öffentlich Beschäftigter wurde proportional für beide Geschlechter reduziert. Fundamental reformiert wurde das nationale Rentensystem; öffentlich Beschäftigte verfügen nun nur noch über Sonderregelungen innerhalb ihrer separaten „occupational pension schemes“.

Fact sheet

Finanzierung: 
MZES
Laufzeit: 
2011 bis 2014
Status: 
in Vorbereitung
Datenart: 
Amtliche Statistik, soziale Surveys wie das ECHP, EU-SILC, der EULFS und nationale soziale Surveys, Rechtsquellen
Geographischer Raum: 
Nordeuropa: Dänemark, Finnland, Norwegen, Schweden; Südeuropa: Griechenland, Italien, Portugal, Spanien

Veröffentlichungen