Die Wohlfahrtsstaaten in Osteuropa nach der Krise von 2008: Zukunftsfähig oder Auslaufmodelle?

Fragestellung/Ziel: 

Dieses Projekt konzentriert sich auf eines der Schlüsselmerkmale der kapitalistischen Vielfalt in Osteuropa: die Unterschiede in den Systemen sozialer Sicherheit und deren politische und ökonomische Determinanten. Insbesondere sollen die Anpassungen des Wohlfahrtsstaates an die Folgen der Krise 2008 untersucht werden. Die wichtigste Frage dieser Studie lautet: wie haben die Wohlfahrtsregimes in Osteuropa auf die Wirtschaftskrise seit 2008 reagiert und was sind die Erklärungen für die Variationen wohlfahrtsstaatlicher Anpassungen? Die unterschiedlichen Einflüsse der Krise haben bestätigt, dass postkommunistische Transformation weder zu einer Konvergenz mit dem europäischen Modell, noch zum Aufkommen eines einzigen "postkommunistischen Kapitalismus" geführt hat. Bereits existierende Studien zeigten große Unterschiede zwischen den Ländergruppen, sowohl in Bezug auf ökonomische Strukturen, als auch in der Natur der sozialen Versorgung. Die Differenzen in den Produktionssystemen und Wohlfahrtswelten scheinen in einer Verbindung miteinander zu stehen, wodurch sie unterschiedliche Arten des Wohlfahrtskapitalismus begründen. Nun bleibt zu verstehen, was die offensichtliche Kopplung zwischen den ökonomischen und wohlfahrtsstaatlichenStrukturen erklärt. Der Krise 2008 folgten Versuche von Wohlfahrtsreformen, welche unser Verständnis der Unterschiede zwischen den Ländergruppen in Osteuropa ändern könnten. Gleichzeitig erlauben uns die Anpassungsprozesse, politische und ökonomische Einschränkungen, wie auch Chancen zu identifizieren, welche die Unterschiede der Wohlfahrtsstaaten in den einzelnen Ländern bedingen. Indem diese Studie über die politische Ökonomie der Übergangsphase hinausgeht, bedient sie sich der konzeptuellen Rahmen, welche zur Untersuchung fortgeschrittener kapitalistischer Länder entwickelt wurden, um politische und ökonomische Faktoren zu verstehen, die wohlfahrtsstaatliche Ergebnisse in Osteuropa bedingen.

Arbeitsstand: 

Forschungsaktivitäten im Jahr 2012 betrafen hauptsächlich Datenerfassung. Zu diesem Zweck wurden Interviews mit sozialpolitischen Akteuren in sechs osteuropäischen Ländern durchgeführt. Darüber hinaus wurden Sekundärdaten für alle betrachteten Länder erhoben. Ergebnisse aus der frühen Phase des Projektes wurden in Zeitschriftenartikeln und Konferenzbeiträgen publiziert. Das Projekt erhielt Anerkennung des Internationalen Währungsfonds (IWF), der die Projektmitarbeiter für das Jahr 2013 zu einer Konferenz über Rentenreformen eingeladen hat. Einzelne Projektergebnisse werden dazu in einem Sammelband, der durch den Fonds veröffentlicht wird, präsentiert.

Fact sheet

Finanzierung: 
DFG
Laufzeit: 
2009 bis 2014
Status: 
ongoing
Datenart: 
internationale und nationale Statistiken und institutionelle Daten, Mikrodatenanalyse, Sekundäranalysen
Geographischer Raum: 
Osteuropa

Veröffentlichungen

Bücher

Myant, Martin, und Jan Drahokoupil (2010): Transition Economies: Political Economy in Russia, Eastern Europe, and Central Asia. Hoboken, NJ: Wiley-Blackwell. mehr