EUROLOB II - Europäisierung der Interessenvermittlung

Fragestellung/Ziel: 

EUROLOB (II) untersucht ob und in welcher Form nationale und europäische Wirtschaftsverbände mit veränderten Strategien der Interessenvermittlung auf die neue Wettbewerbssituation auf EU-Ebene reagieren. Letztere ergibt sich zum einen aus der sprunghaften Zunahme von Interessengruppen, die alle gleichzeitig um die Aufmerksamkeit der EU Institutionen buhlen. Zum anderen resultiert sie daraus, dass das neue Konsultationsregime der Kommission dem Prinzip des "Partizipativen Regierens" verpflichtet ist. Damit wird nicht nur der Kreis der Beteiligten gezielt ausgedehnt, sondern es wird auch nachdrücklich die Teilnahme der Vertreter allgemeiner Interessen gefördert. Das Projekt basiert auf der Wiederholung einer früheren Umfrage (EUROLOB I, 1999) unter Wirtschaftsverbänden aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich und der EU. Sie soll nun auf polnische Wirtschaftsverbände und auf Nichtregierungsorganisationen der EU-Ebene ausgeweitet werden. Ergänzend zur schriftlichen Befragung werden Experteninterviews durchgeführt werden.

Arbeitsstand: 

2013 wurde eine Reihe von Interviews geführt. Diese sind eine Ergänzung der schriftlichen Befragung und dienen zum einen der Erlangung von Informationen über Modus und Zweck der Interessenvertretung von Wirtschaftsverbänden in der EU. Zum anderen sollen hiermit Veränderungen in der Population und in der Organisation der Wirtschaftsverbände erfasst werden. Aus forschungspragmatischen Gründen wurden zunächst deutsche Wirtschaftsverbände und Unternehmen der Industriesektoren Chemie, Elektrotechnik/Elektronik und Maschinenbau sowie der entsprechenden Dach- und Sektororganisationen auf europäischer Ebene geführt. Erste Befunde wurden auf der 3-Länder-Tagung „Politik der Vielfalt“ im September 2013 vorgestellt. Die Interviews werden im kommenden Jahr auf die anderen Projektländer ausgedehnt.

Fact sheet

Finanzierung: 
DFG
Laufzeit: 
2010 bis 2015
Status: 
ongoing
Datenart: 
Umfrage; Interviews
Geographischer Raum: 
Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Polen, EU

Veröffentlichungen

Bücher

Knodt, Michèle, Christine Quittkat und Justin Greenwood (Hrsg.) (2012): Functional and Territorial Interest Representation in the EU. London and New York: Routledge. [Originally published as special issue of Journal of European Integration] mehr