EUROLOB II - Europäisierung der Interessenvermittlung

Fragestellung/Ziel: 

EUROLOB (II) untersucht ob und in welcher Form nationale und europäische Wirtschaftsverbände mit veränderten Strategien der Interessenvermittlung auf die neue Wettbewerbssituation auf EU-Ebene reagieren. Letztere ergibt sich zum einen aus der sprunghaften Zunahme von Interessengruppen, die alle gleichzeitig um die Aufmerksamkeit der EU Institutionen buhlen. Zum anderen resultiert sie daraus, dass das neue Konsultationsregime der Kommission dem Prinzip des "Partizipativen Regierens" verpflichtet ist. Damit wird nicht nur der Kreis der Beteiligten gezielt ausgedehnt, sondern es wird auch nachdrücklich die Teilnahme der Vertreter allgemeiner Interessen gefördert. Das Projekt basiert auf der Wiederholung einer früheren Umfrage (EUROLOB I, 1999) unter Wirtschaftsverbänden aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich und der EU. Sie soll nun auf polnische Wirtschaftsverbände und auf Nichtregierungsorganisationen der EU-Ebene ausgeweitet werden. Ergänzend zur schriftlichen Befragung werden Experteninterviews durchgeführt werden.

Arbeitsstand: 

Die statistische Auswertung der Umfragedaten ist weitgehend abgeschlossen. In 2014 lag der Schwerpunkt der empirischen Forschung auf der Organisationsentwicklung deutscher Industrieverbände und ihrer europäischen Partnerverbände. Es wurden Interviews mit über 100 Verbänden geführt, die im kommenden Jahr ergänzt und systematisch ausgewertet werden. Des Weiteren wurde eine Zusatzerhebung bei europäischen NGOs durchgeführt. Ergebnisse der bisherigen Untersuchungen wurden auf zwei internationalen Konferenzen (1. Jahreskonferenz von Centrifugal Europe, University of Wroclaw; 7. Pan-European Conference on the European Union, Den Haag) sowie in Vorträgen im Department of Public Administration, Erasmus Universität Rotterdam, an der Akademie für Politische Bildung, Tutzing und am Deutsch-Französischen Institut, Ludwigsburg vorgestellt. Die vorgetragenen Papiere sind Grundlage für die Veröffentlichungen in 2015.

Fact sheet

Finanzierung: 
DFG
Laufzeit: 
2010 bis 2015
Status: 
ongoing
Datenart: 
Umfrage; Interviews
Geographischer Raum: 
Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Polen, EU

Veröffentlichungen

Bücher

Knodt, Michèle, Christine Quittkat und Justin Greenwood (Hrsg.) (2012): Functional and Territorial Interest Representation in the EU. London and New York: Routledge. [Originally published as special issue of Journal of European Integration] mehr