Europawahlstudie 2014

Fragestellung/Ziel: 

Die demokratische Qualität der Politik der Europäischen Union wird regelmäßig in Frage gestellt, oft mit unzureichender empirischer Evidenz. Andererseits verfügen jene, welche das Funktionieren der demokratischen Institutionen der EU positiv beurteilen, ebenfalls oft nicht über hinreichende Belege. Aussagen über die Qualität der Demokratie in der EU und Vorschläge zu ihrer Verbesserung können nur auf der Grundlage demokratischer Audits gemacht werden, die zur Zeit der Wahlen zum europäischen Parlament durchgeführt werden. Solche Bestandsaufnahmen des Funktionierens der Demokratie in der EU waren bisher immer nur unvollständig möglich, wobei die unzureichende Finanz-Ausstattung eine vollständige Beurteilung oft unmöglich gemacht hat. Erst die PIREDEU Studie zur Wahl 2009, von der EU-Kommission als Design Infrastructure finanziert, kann in gewisser Weise als vollständiger Audit gewertet werden. Diese Studie kann im Rahmen der Forschungsförderung der EU jedoch nicht wiederholt werden. Gleichwohl braucht die europäische Politik eine kontinuierliche und dauerhaft finanzierte Studie der direkten Wahlen zum Europäischen Parlament, um die Entwicklung hin zu einer responsiven und verantwortlichen, auf allgemeine Wahlen gegründeten Demokratie auf der europäischen Ebene zu dokumentieren.

Arbeitsstand: 

Das Projekt ist in der letzten Phase der Datengenerierung. Wichtige Datensammlungen sind bereits bei GESIS deponiert (EU-weite repräsentative Nachwahlumfrage, Kodierung der Inhalte der Europawahlprogramme), andere werden noch bearbeitet (Zwei-Wellen-Panel in einer Reihe von Ländern, Meta-Datensatz zur Twitter-Kommunikation). Zentrale Ergebnisse sind veröffentlicht in European Union Politics, Electoral Studies, South European Politics and Society, andere Analysen werden noch bearbeitet.

Fact sheet

Finanzierung: 
Stiftungen VW, San Paolo, Riksbanken, Mercator, Gulbenkian
Laufzeit: 
2012 bis 2017
Status: 
laufend
Datenart: 
Umfragen und Inhaltsanalysen politischer Texte
Geographischer Raum: 
Europäische Union

Veröffentlichungen