Innerparteiliche Heterogenität und ihre politischen Konsequenzen in den Staaten Europas

Fragestellung/Ziel: 

Parteien werden in der Politikwissenschaft häufig als "einheitliche Akteure" dargestellt. Diese vereinfachende Annahme trifft aber meist nicht zu, da Parteien divergierende regionale und innerparteilich organisierte Interessen ihrer Mitglieder repräsentieren. Auf der Grundlage von Theorien zu Wahl- und Parteiensystemen, zur politischen Sozialisation, Parteiorganisation und zum Prinzipal- Agenten-Ansatz zielt dieses Projekt darauf ab, die Ursachen und Implikationen innerparteilicher Kohäsion zu erklären. Die Erklärungsansätze berücksichtigen individuelle Charakteristika von Abgeordneten und Ministern sowie länder- und parteispezifische institutionelle Faktoren. Des Weiteren werden innerhalb des Projekts die Folgen von innerparteilicher Kohäsion für die parlamentarische Entscheidungsfindung untersucht. Es wird argumentiert, dass innerparteiliche Heterogenität Auswirkungen auf die Macht und das Verhalten politischer Akteure hat. Dies beeinflusst etwa die Muster der Ämterverteilung und die personelle Zusammensetzung von Kabinetten. Unter Verwendung von Daten aus neun westeuropäischen Demokratien (Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, die Niederlande, Österreich, Schweden und Spanien), die in ihrer institutionellen Struktur und in den Eigenschaften ihrer Parteiensysteme variieren, werden Reden parlamentarischer Abgeordneter mithilfe von computergestützten Methoden der Inhaltsanalyse untersucht. Das Projekt soll – durch das bessere Verständnis der Ursachen und Konsequenzen innerparteilicher programmatischer Heterogenität – helfen, das Verhalten parteipolitischer Akteure im politischen Entscheidungsprozess besser zu erklären.

Arbeitsstand: 

Die Datensatzerstellung wurde vom Projektteam nahezu beendet. Bislang liegen – neben den Charakteristika der Parlamentsabgeordneten – die Volltexte der im Parlament gehaltenen Reden für Deutschland, Estland, Finnland, Irland, Österreich, Schweden und die Tschechische Republik für jeweils mindestens eine Legislaturperiode vor. Auf dieser Datengrundlage wurden Konferenzpapiere angefertigt, die auf den Konferenzen der MPSA, der EPSA und der ECPR 2013 vorgestellt und anschließend bei nationalen wie internationalen Fachzeitschriften zur Begutachtung eingereicht wurden. Zudem wurde ein Antrag auf Fortsetzung des Projekts bei der DFG im Oktober 2013 gestellt.

Fact sheet

Finanzierung: 
DFG
Laufzeit: 
2009 bis 2015
Status: 
ongoing
Datenart: 
Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Niederlande, Österreich, Schweden, Spanien und Großbritannien
Geographischer Raum: 
Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Niederlande, Öste

Veröffentlichungen