Moderne Migrationsmessung: Kombination von Befragung und Passiver Datenerhebung bei asylsuchenden Flüchtlingen

Fragestellung/Ziel: 

Die Sammlung von Informationen über Flüchtlinge ist Voraussetzung, um politische Entscheidungsträger bei der Entwicklung nachhaltiger Integrationskonzepte zu unterstützen und Migrations- und Integrationsprozesse besser wissenschaftlich verstehen zu können. Allerdings ist die Datenerhebung bei Asylwerbern in Flüchtlingsheimen mittels Befragung, besonders im Rahmen von Längsschnittuntersuchungen, oft äußerst problembehaftet. Das Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, die Machbarkeit von Datenerhebung via Smartphones unter Flüchtlingen in Deutschland zu überprüfen. Smartphones werden immer häufiger zur Beantwortung von Webbefragungen verwendet. Darüber hinaus bieten diese mobilen Geräte zusätzlich die Möglichkeit der passiven Messung von Onlineverhalten und Aufenthaltsort. Diese neuartige Datenerhebungsform ist allerdings empirisch noch gänzlich unerforscht. Das Projekt wird sowohl methodische Erkenntnisse darüber liefern, wie Smartphones zur kombinierten Datenerhebung (Befragung und passive Messung) verwendet werden können, als auch wichtige Informationen über die Bedürfnisse, Hoffnungen und Lebensumstände von Flüchtlingen in Deutschland sammeln. Die Ergebnisse des Projekts sollen die Basis bilden für den weiteren Einsatz von Smartphones in der Datenerhebung im Allgemeinen und in der Gruppe von Flüchtlingen im Speziellen.

Arbeitsstand: 

Die Ergebnisse der 2017 durchgeführten Machbarkeitsstudie zur Nutzung von Smartphonetechnologie bei der Datenerhebung unter Flüchtlingen wurden in der Fachzeitschrift Sociological Methods & Research publiziert (online first). Auf Basis der Ergebnisse dieser ersten Studie werden wir einen Antrag zur Finanzierung weiterer Studien mit größeren Stichproben Anfang 2020 bei der DFG einreichen.

Fact sheet

Finanzierung: 
MZES
Laufzeit: 
2016 bis 2020
Status: 
in Vorbereitung
Datenart: 
Primärerhebung
Geographischer Raum: 
Deutschland

Veröffentlichungen