Nachhaltige Medienevents? Produktion und diskursive Wirkung globaler inszenierter politischer Medienevents am Beispiel des Klimawandels

Fragestellung/Ziel: 

Das Projekt integriert zwei bislang unverbundene Perspektiven auf die Entstehung grenzüberschreitender Mediendebatten: eine situative Perspektive, die an der aufmerksamkeitszentrierenden Qualität globaler Medienevents ansetzt, und eine strukturelle Perspektive, die auf Verschiebungen in den Strukturen von Mediendebatten abhebt. Es fragt danach, (a) wie globale inszenierte politische Medienevents (hier: die UN-Klimagipfel 2012 und 2013) im Hinblick auf weltweite Wirkung produziert werden, und (b) welche diskursiven Wirkungen solche Events auf die Mediendebatten zum Thema (Klimawandel) in fünf führenden demokratischen Industrie- und Schwellenländern haben (Deutschland, USA, Indien, Südafrika und Brasilien). In Teilstudie 1 wird die kommunikative Produktion der Klimagipfel mit Hilfe der Befragung und Beobachtung zentraler Akteure (Regierungsvertreter, NGOs, Journalisten) vor Ort untersucht. Hier prüft das Projekt die Vermutung, dass das mediale Erscheinungsbild der Gipfel auf einer Koproduktion zwischen Medien und politischen Akteuren beruht. Teilstudie 2 analysiert mit Hilfe vergleichender Medieninhaltsanalysen die möglichen diskursiven Wirkungen der Gipfel im Hinblick auf das Ausmaß grenzüberschreitender Vernetzung und eine mögliche inhaltliche Konvergenz (Framewandel). Hier überprüft das Projekt die These, dass die Klimagipfel - trotz sehr unterschiedlicher Ausgangskonstellationen in den fünf Ländern - gleichgerichtete Deutungsimpulse auf die Debatten aussenden, deren Wirkungsrichtung vom koproduzierten Framing der Gipfel als Erfolg oder Misserfolg abhängt.

Arbeitsstand: 

Eine Inhaltsanalyse von Zeitungsberichterstattung in fünf Ländern über vier UN-Klimakonferenzen (COPs) wurde im Mai 2015 abgeschlossen. Wir präsentierten die Resultate einer multimodalen (Text und Bilder) Frame-Analyse auf der ICA-Konferenz in San Juan. Zwei Beiträge sind zur Publikation angenommen worden: ein Beitrag über Ko-Produktions-Netzwerke auf den COPs zwischen Journalisten und PR-Verantwortlichen; ein zweiter Beitrag über den visuellen Framing-Wettbewerb zwischen NGOs und Regierungsdelegationen. Während der COP21 in Paris führten wir eine standardisierte Befragung von Journalisten und anderen Kommunikatoren durch. Des Weiteren sammeln wir momentan Daten für eine Langfrist-Medieninhaltsanalyse für den Zeitraum Juli 2012 bis Dezember 2015.

Fact sheet

Finanzierung: 
DFG
Laufzeit: 
2012 bis 2016
Status: 
laufend
Datenart: 
Quantitative Medieninhaltsdaten und qualitative Interviewdaten (eigene Datenerhebung)
Geographischer Raum: 
Deutschland, USA, Indien, Südafrika, Brasilien

Veröffentlichungen

Bücher

Wessler, Hartmut, und Michael Brüggemann (2012): Transnationale Kommunikation: Eine Einführung. Wiesbaden: Springer VS. mehr