Das Internet hat die traditionelle Forme der politischen Mobilisierung und Partizipation radikal verändert: die Kosten der Partizipation sind extrem gesunken; Kopräsenz ist nicht mehr notwendig; flexible, horizontale institutionelle Strukturen ersetzten konventionelle Organisationsformen; und Inhalt kann von jedermann einfach produziert und verbreitet werden. Der Inhalt sozialer Medien ermöglicht einen direkten Zugriff auf Netzwerke und Informationen anderer Bürger. Es liefert nicht nur Informationen über deren Einstellungen gegenüber politischen Streitthemen, Politikern, Wahlen, Ausschreitungen, Protesten und Unruhen, sondern hebt zudem die einzelnen Präferenzen der Bürger, ihr Wille zur Partizipation und Mobilisierung anderer hervor. Das vorliegende Projekt wertet diese neue Form der Informationsverbreitung aus, um die politischen Partizipationsentscheidungen der Bürger genauer verstehen zu können. Die grundlegenden Forschungsfragen sind a) wie gestalten soziale Medien die Beziehungen zwischen Bürgern und Politikern (Kommunikation), und b) wie beeinflussen diese Medien die Bereitschaft, politisch aktiv zu werden (Mobilisierung). Das Projekt kombiniert neue Methoden und Techniken zum Umgang und Analyse umfangreicher Daten zu sozialen Medien mit Umfragedaten zu politischem Verhalten.