Nichtbeschäftigung in Europa: eine vergleichende Analyse von sozialen Risikogruppen in Haushaltskontexten

Fragestellung/Ziel: 

Im Fokus europäischer Arbeitsmarktpolitik steht die Erhöhung der Beschäftigungsquoten aller Bevölkerungsgruppen. Dadurch rücken neben Arbeitslosen auch inaktive Personen, d.h. alle Nichtbeschäftigten, ins Blickfeld. Ziel dieses international vergleichenden Projektes ist die Erforschung der Ursachen für die länderspezifischen Niveaus und die divergierende soziodemographische Zusammensetzung von Nichtbeschäftigung. Im Mittelpunkt steht der Einfluss des wohlfahrtstaatlichen Kontexts, der in Interaktion mit personalen und sozialen Ressourcen bzw. Restriktionen das Arbeitsangebot und die Arbeitsnachfrage bestimmt. Untersuchungsgegenstand ist zunächst die Nichtbeschäftigung einer Person im erwerbsfähigen Alter, ihre unterschiedlichen Grade, mehrschichtigen Gründe und ihre Rolle im Erwerbsverlauf. Außerdem soll die Nichtbeschäftigung im Haushaltskontext und die Dynamiken zwischen den Haushaltmitgliedern untersucht werden. Zentral sind die soziodemographischen Gruppierungen und Haushaltstypen, die in besonderem Maße dem Nichtbeschäftigungsrisiko ausgesetzt sind. Zuerst werden die (west)europäischen Unterschiede in individueller Nichtbeschäftigung mit Hilfe von Makroindikatoren untersucht. In einem weiteren Schritt werden anhand von Längsschnittanalysen Deutschland und vier weitere Beschäftigungsregime (Dänemark, Großbritannien, Italien, Niederlande) verglichen. Die Verbindung von international vergleichender Makroebenen- und Mikrodatenanalysen ermöglicht die Untersuchung der institutionellen, individuellen und haushaltsbezogenen Ursachen von Nichtbeschäftigung und ihren Interaktionen.

Arbeitsstand: 

Nach Analysen zu den Mustern von Nichtbeschäftigung im europäischen Vergleich wurden im zweiten Jahr des DFG-Projektes Längsschnittanalysen zu Nichtbeschäftigung im individuellen Lebensverlauf und auf Haushaltsebene mit Hilfe von Paneldaten zu Deutschland und Großbritannien erstellt. Die Forschungsergebnisse wurden auf mehreren internationalen Konferenzen präsentiert und für Artikel vorbereitet.

Fact sheet

Finanzierung: 
DFG
Laufzeit: 
2011 bis 2014
Status: 
ongoing
Datenart: 
internationale und nationale Statistiken sowie institutionelle Daten, Querschnitts- und Langzeitanalysen
Geographischer Raum: 
Westeuropa, Fallstudien zu Deutschland, Dänemark, Großbritannien, Italien und den Niederlanden

Veröffentlichungen

Bücher

Busemeyer, Marius, Bernhard Ebbinghaus, Stephan Leibfried, Nicole Mayer-Ahuja, Herbert Obinger und Birgit Pfau-Effinger (Hrsg.) (2013): Wohlfahrtspolitik im 21. Jahrhundert: Neue Wege der Forschung. Frankfurt: Campus. mehr