Wer wird Lehrer - und warum? Ursachen der Studienwahl, Eingangsvoraussetzungen von Studierenden und die Beurteilung des Lehramtsstudiums
Lehrer sind zentrale Akteure bei der erfolgreichen (Aus-)Bildung von Schülern – das hat die jüngere Forschung zur Effektivität von Bildungssystemen eindrucksvoll belegt. Damit stellt sich für Wissenschaft und Politik gleichermaßen die Frage, wie man gute Lehrer erhält. In öffentlichen Diskussionen über Lehrerkräfte wird häufig die Annahme formuliert, dass sich Personen mit ungünstigen kognitiven und motivationalen Merkmalen für den Lehrerberuf entscheiden. Allerdings gibt es bislang kaum Studien, die diese These empirisch geprüft haben. Vor diesem Hintergrund untersucht das Projekt die Selbstselektion von Abiturienten in das Lehramtsstudium. Welche Eingangsvoraussetzungen bringen sie mit und was unterscheidet sie von anderen Studierenden? Welche Motive bewegen sie zur Aufnahme oder zum Abbruch eines Lehramtsstudiums? Wie beurteilen Lehramtsstudenten ihr Studium? Neben Momentaufnahmen will das Projekt auch untersuchen, ob sich die oben genannten Aspekte im Zuge der Bildungsexpansion und den sich ändernden Arbeitsmarktoptionen für Hochschulabsolventen über die letzten 20-30 Jahre gewandelt haben.
Auf Basis einer großen deutschlandweiten Stichprobe wurden die leistungsbezogenen, motivationalen und soziodemographischen Eingangsmerkmale von Lehramtsstudierenden unterschiedlicher Schulformen im Vergleich zu anderen Studierenden analysiert. Die Ergebnisse dieser Analysen erscheinen 2013 in einem Zeitschriftenbeitrag. Im nächsten Schritt untersuchen wir, ob und wie sich bestimmte Eingangsmerkmale von Lehramtsstudierenden im Laufe der letzten 30 Jahre gewandelt haben. Ergänzt werden die Analysen zur ‚Studienwahl Lehramt‘ durch Studien, die den Effekt eines bestimmten Lehrermerkmales (des Geschlechts der Lehrkraft) auf die Entstehung von Bildungsungleichheit untersuchen. So haben wir geprüft, ob die Feminisierung der Lehrerschaft für die ‚Jungenkrise‘ im Bildungserfolg verantwortlich sein kann. Unsere Ergebnisse haben wir in einem Zeitschriftenbeitrag und einem Buchbeitrag präsentiert.
