Nichtförmliche Verwaltungskooperation der Ministerialbürokratien der EU-Mitgliedstaaten und netzwerkbasierte Zusammenstellung von nationalen und übernationalen Prozessteams | Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung

Paul W. Thurner
Nichtförmliche Verwaltungskooperation der Ministerialbürokratien der EU-Mitgliedstaaten und netzwerkbasierte Zusammenstellung von nationalen und übernationalen Prozessteams

S. 401-429 in: Gunnar Folke Schuppert, Michael Zürn (Hrsg.): Governance in einer sich wandelnden Welt (PVS-Sonderheft 1/2008). 2008. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften

Auf der Grundlage eines institutionenökonomisch fundierten Governance-Begriffs werden Möglichkeiten der (kontinuierlichen) Reorganisation administrativer Zusammenarbeit thematisiert. Es wird gezeigt, dass die quantitative Netzwerkanalyse es erlaubt, die Strukturen formaler Hierarchie wie auch der Selbstorganisation in komplexen Politikfeldern abzubilden. Damit lassen sich gezielt Handlungsanweisungen für ein effizientes, effektives und legitimitätsschonendes intra- und interorganisationelles Prozessmanagement ableiten. Im Rahmen eines kontrafaktischen Gedankenexperiments werden historische Daten zur Regierungskonferenz 1996 verwendet, um eine im Vergleich zum damals implementierten Design alternative, anreizkompatiblere Governance-Form für die nichtförmliche Verwaltungskooperation der Ministerialbürokratien vorzuschlagen.

Intergovernmental Conferences and Non-Formal Administrative Cooperation of EU Ministerial Bureaucracies Applying an institutional economics inspired governance concept I discuss the feasibility of a (continuous) reorganization of administrative collaboration. Quantitative network analysis proves to be a useful tool for representing, both, the structures of formal hierarchies as well as the structures of self-organization in complex policy domains – and for consulting purposes. Using a historical counterfactual thought experiment, I show how administrative teams with the mandate to prepare intergovernmental treaties could have been composed when applying criteria of within-governmental communicative effectiveness and efficiency, and at the same time of transgovernmental interface legitimity. The result will be completely different to the actually implemented institutional solution in 1996.