Tracing the gender wage gap: Income differences between male and female university graduates in Germany | Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung

David Reimer, Jette Schröder
Tracing the gender wage gap: Income differences between male and female university graduates in Germany

Zeitschrift für Arbeitsmarktforschung, 2006: 39, Heft 2, S. 235-253

The aim of this paper is to shed light on the causal mechanisms leading to the gender wage gap, drawing on neoclassical as well as sociological labor market theories. A unique dataset from the 2001/2002 Mannheim University Social Sciences Graduate Survey, which overcomes several limitations of standard population surveys when investigating the gender wage gap, is used for the empirical analysis. The sample is homogenous with respect to the measures normally used in income analyses - all of the respondents are university graduates, have a degree in the same field of study, and are observed at career entry. Furthermore, the dataset includes detailed measures of human capital, job search, and career attitudes, which are usually not included in standard population surveys. The results of a sequence of nested regression models show that none of these measures reduces the gender wage gap substantially: on the contrary, the introduction of variables capturing human capital even leads to a small increase in the gap. This indicates that the earnings differential between female and male graduates in the study would be even larger if women had the same human capital endowment as men. Considering that a wage gap of almost 7 percent remains even with the extensive set of variables in the analysis, there is some indication that female university graduates are facing wage discrimination on the German labor market.

Ziel des Aufsatzes ist es, die kausalen Mechanismen, die zur Entstehung der Lohnlücke zwischen Männern und Frauen führen, unter Berücksichtigung neoklassischer und soziologischer Arbeitsmarkttheorien genauer zu untersuchen. Für die Analyse wird die Absolventenstudie der Fakultät für Sozialwissenschaften 2001/2002 verwendet. Die Daten überkommen einige der Beschränkungen, die Bevölkerungsumfragen bei der Untersuchung der Lohnlücke zwischen Männern und Frauen aufweisen. Das Analysesample ist homogen in Bezug auf die in Einkommensanalysen üblicherweise untersuchten Einflussfaktoren - alle Befragten sind Hochschulabsolventen, die einen Abschluss im gleichen Studienbereich erworben haben und zum Zeitpunkt des Arbeitsmarktseintritts beobachtet werden. Darüber hinaus beinhaltet der Datensatz detaillierte Angaben über Humankapitalausstattung, Stellensuche und Karriereeinstellungen, welche in Bevölkerungsumfragen normalerweise nicht vorhanden sind. Die Ergebnisse einer Reihe aufeinander aufbauender Regressionsmodelle zeigt, dass keiner der möglichen Einflussfaktoren die Geschlechterlohnlücke bedeutend reduziert: Im Gegenteil, die Aufnahme der Humankapitalvariablen ins Modell führt sogar zu einer leichten Vergrößerung der Lohnlücke. Das zeigt, dass der Lohnunterschied zwischen weiblichen und männlichen Absolventen in der Studie sogar größer wäre, wenn Frauen über die gleiche Humankapitalausstattung verfügen würden wie Männer. Die Tatsache, dass trotz der umfangreichen Kontrollen in der Analyse eine Lohnlücke von fast 7 Prozent verbleibt, deutet darauf hin, dass weibliche Universitätsabsolventinnen auf dem deutschen Arbeitsmarkt Lohndiskriminierung erfahren.