Zur statistischen Analyse von Vollerhebungen | Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung

Andreas Broscheid, Thomas Gschwend
Zur statistischen Analyse von Vollerhebungen

Politische Vierteljahresschrift, 2005: 46, Heft 1, S. O-16 – O-26

Inferenzstatistische Methoden müssen selbst bei fehlerfrei gemessenen Vollerhebungsdaten angewendet werden, wenn allgemeine Erklärungen damit empirisch überprüft werden sollen. Präzision und Qualität von Erklärungen, egal ob sie einer quantitativen oder einer qualitativen Forschungslogik entspringen, sind abhängig von der theoretischen Vorstellung, die wir von den Einflüssen stochastischer Faktoren auf den zu erklärenden sozialen Prozess haben. Die getroffenen Annahmen über die Form der Stochastizität müssen adressiert und rechtfertigt werden – sei es qualitativ oder quantitativ in Form von diagnostischen Tests. Aus forschungspraktischer Sicht ist die Abhängigkeit der inhaltlichen Schlussfolgerungen von den Annahmen, die über die Form der Stochastizität gemacht werden, besonders relevant und wird im vorliegenden Aufsatz anhand zahlreicher Beispiele verdeutlicht.