Die Auswirkungen der Industriellen Beziehungen auf die Einkommensverteilung westlicher Wohlfahrtsstaaten | Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung

Felix Hörisch
Die Auswirkungen der Industriellen Beziehungen auf die Einkommensverteilung westlicher Wohlfahrtsstaaten

Jahrestagung „Die politische Ökonomie der Ungleichheit“ der DVPW-Sektion Politische Ökonomie, Köln, 10. bis 11. Oktober 2013

Das Niveau an Mitbestimmungs- und Einflussmöglichkeiten auf die Unternehmenspolitik privater Unternehmen von Arbeitnehmern variiert stark zwischen den verschiedenen westlichen Wohlfahrtsstaaten der EU und der OECD. In vielen Staaten existieren jedoch gesetzlich vorgeschriebene Mitwirkungsrechte für Arbeitnehmervertreter in Unternehmen ab einer bestimmten Größe. Zahlreiche Studien zu den Auswirkungen der betrieblichen Mitbestimmung und der Unternehmensmitbestimmung auf die Unternehmenspolitik unterstreichen die Relevanz dieser Arrangements. So weist eine Reihe von Studien einen Effekt der Stärke der Unternehmensmitbestimmung auf die Lohnverteilung in Unternehmen nach. Untersuchungen, die analysieren, ob sich diese Effekte auch gesamtwirtschaftlich auf die Einkommensverteilung eines Staates auswirken, gibt es jedoch nur wenige. Der vorliegende Aufsatz analysiert deshalb den Zusammenhang zwischen dem gesetzlich vorgeschriebenen Ausmaß an betrieblicher Mitbestimmung und Unternehmens-mitbestimmung in privaten Unternehmen und der Einkommensverteilung von Staaten. Dazu wird ein Index, der die Reichweite von Unternehmensmitbestimmung mit dem Schwellenwert an Unternehmensgröße ab dem diese greift kombiniert, vorgestellt. Mithilfe dieses Index der effektiven Stärke an Unternehmensmitbestimmung sollen die Auswirkungen der Industriellen Beziehungen auf das Ausmaß an Lohnungleichheit im Vergleich westlicher Industrienationen abgeschätzt werden.