Walter Müller
Vortrag: Expansion and Returns to Tertiary Education in Germany, France and the UK

New York
,
2002

Comparing Germany, France and the United Kingdom the presentation investigates the institutional structure of the tertiary system of education and the returns to various forms of tertiary education on the labour market. It also shows how the institutional arrangements of tertiary education and their returns have changed in the course of the expansion of tertiary education participation. The three countries differ considerably in the extent to which tertiary qualifications affect access into advantageous class positions. The French system with its series of successive cycles and strong hierarchical organisation structures most clearly access to service class positions. The UK system has the lowest signalling capacity of the three countries. Germany holds an intermediate position between France and UK. Factors responsible for these differences are discussed. In the course of expansion of tertiary education, in all countries educational expansion did lead to a slight decline in absolute returns by way of limited displacement. Returns to highest qualifications have been affected the least. Relative returns, however, remained highly constant over time. Only in Germany class prospects of graduates from the Fachhochschule are increasingly similar to those of university graduates.

Der Vortrag untersucht in einem Vergleich von Deutschland, Frankreich und dem Vereinigten Königreich die institutionelle Struktur des tertiären Bildungssystems sowie die Erträge unterschiedlicher Formen tertiärer Bildung auf dem Arbeitsmarkt. Er zeigt zudem, wie sich Strukturen und Erträge im Zuge der Bildungsexpansion gewandelt haben. Im Ergebnis unterscheiden sich die drei Länder erheblich darin, wie die tertiären Bildungssysteme den Zugang zur Beschäftigung in vorteilhaften Klassenpositionen formen. Das französische strukturiert den Eintritt in die Dienstklassen eindeutig am stärksten, das System in Vereinigten Königreich am wenigsten, während Deutschland eine mittlere Position einnimmt. Der Aufsatz zeigt, worin dieses unterschiedliche Ausmaß der Strukturierung späterer Berufschancen begründet ist. Im Hinblick auf die Folgen der Bildungsexpansion ist in allen Ländern eine leichte Verringerung der absoluten Bildungserträge festzustellen, von der die Absolventen an der Spitze des Bildungssystems in allen drei Ländern am wenigsten betroffen sind. Die relativen Erträge unterschiedlicher tertiärer Abschlüsse im Verhältnis zueinander und im Vergleich zu Abschlüssen auf dem Sekundarniveau verändern sich aber kaum. Nur in Deutschland sind die Berufsperspektiven der Fachhochschulabsolventen denen von Absolventen universitärer Studiengänge zunehmend ähnlicher geworden.