A1 Institutionen gesellschaftlicher Integration: Märkte, Organisationen und Wohlfahrtsstaaten

Moderne Wirtschaftssysteme und fortgeschrittene Wohlfahrtsstaaten stehen vor globalen und sozio-ökonomischen Veränderungen. Obwohl diese Herausforderungen sehr ähnlich für alle modernen Gesellschaften erscheinen, variieren die historisch gewachsenen Wohlfahrtsregime und Wirtschaftssysteme erheblich in Europa bzw. zwischen den OECD-Ländern.

Die Wechselwirkungen zwischen Markt und Sozialordnung, zwischen Produktions- und Sicherungssystemen, steht im analytischen und substantiellen Fokus des Forschungsbereichs. Der theoretische Ausgangspunkt ist die Prämisse, dass soziales Handeln in spezifischen sozialen und institutionellen Kontexten eingebettet ist, die die Opportunitätsstrukturen und Handlungsbeschränkungen strukturieren. Der institutionelle Wandel von Wirtschaftssystemen und die Reformen des Wohlfahrtsstaates setzen einerseits die gesellschaftliche Unterstützung durch kollektive Akteure und Individuen voraus und verändern anderseits deren soziale Beziehungen und Lebensbedingungen.
Der Forschungsbereich A1 vereint Projekte, die Marktprozesse und Organisationen oder staatliche sozialpolitische Interventionen in vergleichender Perspektive analysieren und dabei häufig makroinstitutionelle Indikatoren und Mikrodaten verbinden. Eine grundlegende Forschungsfrage widmet sich der sozialen und zivilgesellschaftlichen Unterstützung von Marktprozessen und Wohlfahrtsstaatspolitiken. Ein hiermit verbundenes zweites großes Thema ist die Analyse der Bedingungen und Prozesse der Reformen des Wohlfahrtsstaates und der Vermarktlichung. Schließlich beinhaltet die Forschungsagenda auch die Auseinandersetzung mit den Folgen der veränderten Produktions- und Sozialsicherungssysteme für die Lebenschancen und sozialen Beziehungen in Europa und anderen entwickelten Gesellschaften.