A2 Bereiche gesellschaftlicher Integration: Familie, Bildung und Arbeitsmarkt

Der Schwerpunkt A2 beschäftigt sich mit drei zentralen Bereichen der gesellschaftlichen Integration und ihren Auswirkungen auf soziale Schichtungsprozesse: die Familie, das Bildungssystem und der Arbeitsmarkt. Zusammengenommen bestimmen diese Bereiche maßgebend die Art und Weise der Verteilung sozialer Positionen und von Lebenschancen innerhalb einer Gesellschaft.

Sie vermitteln das Ausmaß, in dem einzelne soziale Gruppe von spezifischen Lebenslaufrisiken und Unsicherheiten betroffen sind und beeinflussen so immanent den Charakter und die Dynamik sozialer Ungleichheitsstrukturen in Europa: Die Arbeitsmärkte bieten Zugang zu zentralen gesellschaftlichen Gütern wie Prestige und Einkommen; Bildungssysteme statten Akteure mit den notwendigen Fertigkeiten, Qualifikationen und Kompetenzen für die zukünftige Positionierung auf dem Arbeitsmarkt aus; Familienformen bestimmen in entscheidender Weise wie strukturelle Opportunitäten und Nachteile geteilt und von Generation zu Generation vererbt werden.
Die Projekte in diesem Schwerpunkt verfolgen in der Regel eine mikroanalytische Perspektive auf der Grundlage von nationalen oder international-vergleichenden Individualdaten. Die meisten Projekte sind dabei explizit längsschnitt-analytisch und benutzen Paneldaten, um die kausalen Beziehungen in den Mikroprozessen zu entflechten. Gleichwohl stehen in den Forschungsprojekten oft auch Makro-Mikro-Verknüpfungen im Vordergrund, indem die Entwicklungen auf der Akteursebene mit deren institutionellen Determinanten auf der nationalstaatlichen Ebene verbunden werden. Der explizit länder-vergleichende Ansatz, den viele Projekte in diesem Schwerpunkt verfolgen, zielt insbesondere auf die Erforschung der differentiellen Effekte unterschiedlicher institutioneller Arrangements auf zentrale Statusübergänge im Lebensverlauf.