Volk und Vertreter

Date: 
Monday, 26. February 2018
Medium: 
Süddeutsche Zeitung (SZ) Multimedia-Reportage

"(...) Wenn aber Abgeordnete ohne Fraktionszwang frei entscheiden können, wirken sich Merkmale wie Geschlecht und Religion auf das Abstimmungsergebnis aus. Ein solcher Fall war in Deutschland die Entscheidung über die Präimplantationsdiagnostik (PID) im Jahr 2011. Es ging um die Frage, ob in bestimmten Fällen Gentests an ungeborenen Kindern erlaubt werden sollen, um Erbkrankheiten zu erkennen. „Wir stellten fest, dass beispielsweise Mütter eher die liberale Initiative unterstützt haben im Vergleich zu anderen Abgeordneten“, sagt der Politikwissenschaftler Marc Debus von der Uni Mannheim, der den Fall mit Markus Baumann und Jochen Müller untersucht hat. Katholiken hätten dagegen eher für eine Beibehaltung des Verbots der PID gestimmt. Beide Befunde galten auch, wenn die Forscher andere Einflussfaktoren wie Partei und regionale Herkunft herausrechneten. (...)"