Hätten Direktkandidaten der AfD über die 5 %-Hürde verholfen? Eine Untersuchung des Kontaminationseffekts im Mischwahlsystem | Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung

Anna-Sophie Kurella
Hätten Direktkandidaten der AfD über die 5 %-Hürde verholfen? Eine Untersuchung des Kontaminationseffekts im Mischwahlsystem

Pp. 205-222 in: Harald Schoen, Bernhard Weßels (Eds.): Wahlen und Wähler: Analysen aus Anlass der Bundestagswahl 2013. 2016. Wiesbaden: Springer VS

Die AfD kandidierte 2013 erstmalig bei einer Bundestagswahl und scheiterte knapp an der 5%-Hürde. Ein Unterschied zur Kandidatur etablierter Parteien ist, dass die AfD nicht in allen Wahlkreisen Direktkandidaten nominierte. Der Beitrag untersucht die Kandidatur der AfD basierend auf der Hypothese der Kontaminationsliteratur, welche einen positiven Kandidateneffekt auf den Parteistimmenanteil in gemischten Wahlsystemen postuliert. Konkret wird untersucht, ob bei der AfD-Kandidatur ein solcher Effekt nachweisbar ist. Damit soll die Frage beantwortet werden, ob die AfD bei flächendeckender Kandidatennominierung den Einzug in den Bundestag geschafft hätte. Nach Berücksichtigung möglicher Endogenität und eines heterogenen Kausaleffekts kann jedoch kein Kandidateneffekt nachgewiesen werden.