Felix Hörisch, J. Timo Weishaupt
It’s the Youth, Stupid! Explaining Labour Market Policy Reactions to the Crisis

Zeitschrift für Vergleichende Politikwissenschaft, 2012: 6, issue 2, p. 233-253
ISSN: 1865-2646

The global financial crisis that commenced in 2008 has triggered massive increases in unemployment in almost all industrialized nations. Among them, about half reacted by introducing or expanding jobs in the so-called second labour market in 2009. What explains that numerous OECD countries have opted for this type of intervention, while others have not? Through the application of a discriminant analysis, we first identify predictors for the use of direct job-creation measures: the financial room for manoeuvre coupled with a rapid rise in youth unemployment. Subsequently we carefully trace the political events in three most different systems, including Germany, Sweden and the United Kingdom.

Die seit 2008 anhaltende internationale Finanz- und Wirtschaftskrise hat in nahezu allen westlichen Industrienationen zu einem massiven Anstieg der Arbeitslosigkeit geführt. Fast die Hälfte der OECD-Staaten hat infolgedessen versucht, den Anstieg an Arbeitslosigkeit durch die Einführung oder Ausweitung des zweiten Arbeitsmarktes mittels direkter Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen abzumildern. Wie kann diese unterschiedliche arbeitsmarktpolitische Reaktion auf die Finanzkrise erklärt werden? Die Antwort erfolgt in zwei Schritten: Zuerst wird mithilfe einer Diskriminanzanalyse herausgearbeitet, dass der fiskalpolitische Spielraum und der Anstieg an Jugendarbeitslosigkeit die entscheidenden Prädiktoren für die arbeitsmarktpolitische Reaktion waren. Im zweiten Schritt wird die arbeitsmarktpolitische Entwicklung in drei unterschiedlichen Fällen – Deutschland, Schweden und Großbritannien – verglichen.