Paul W. Thurner  
  Die graduelle Konstitutionalisierung der Europäischen Union vergrößerte Ansicht in neuem Fenster    
  Eine quantitative Fallstudie am Beispiel der Regierungskonferenz 1996  
  Einheit der Gesellschaftswissenschaften, Band 136  
  272 S., Tübingen: Mohr Siebeck, 2006  
  ISBN: 3-16-148852-0  

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Abstract

Paul W. Thurner studies the way in which constitutional decisions, i.e. decisions concerning the future design of an organization and the allocation of competencies among its participants, are made. Theoretical starting point is new institutional economics and organizational sociology. Application case is the EU Intergovernmental Conference 1996, which led to the Treaty of Amsterdam. For the first time, this book turns Allison's famous Model III of foreign policy decision-making into an operational model. The innovative combination of network analysis and statistical estimation allows the author to assess the influence of formal and informal, domestic, transgovernmental and international determinants on governmental negotiation behavior and negotiation performance.
Deutsch:
Paul W. Thurner untersucht, wie es zu konstitutionellen Entscheidungen, d.h. Entscheidungen über das zukünftige Design einer Organisation und zur Verteilung der jeweiligen Kompetenzen auf deren Teilnehmer kommt. Theoretischer Ausgangspunkt seiner Untersuchung ist die neue Institutionenökonomie und die Organisationssoziologie. Als Anwendungsbeispiel dient ein Bereich internationaler Verhandlungen und deren Vorbereitungen, konkret: die Regierungskonferenz 1996. Diese mündete bekanntlich in den Vertrag von Amsterdam. Der Autor analysiert die Auswirkungen der regierungsinternen formalen und informellen Organisationsstrukturen im Hinblick auf Qualität, Quantität und die Dynamik von signalisierten Verhandlungspositionen sowie die letztendliche Verhandlungsperformanz bzw. Durchsetzungskraft der Mitgliedstaaten der damaligen EU-15.

Inhaltsverzeichnis


Vorwort  
Einleitung    
1. EU Regierungskonferenzen  
  1. Gründungs- und Reformkonferenzen im Verlaufe der Europäischen Integration  
  2. Die Institutionalisierung von Regierungskonferenzen  
  3. Schlussfolgerungen  
2. Theorien der Europäischen Integration  
  1. (Neo-)Funktionalismus  
  2. Intergouvernementalismus  
  3. Weiterentwicklungen  
  4. Schlussfolgerungen  
3. Verfassungsbildung und Verhandlungen  
  1. Verfassung, Staat, Verfassungsbildung  
  2. Die Völker- und Europarechtliche Perspektive  
  3. Verhandlungen und Institutionenbildung  
    3.1.1. Internationale Verhandlungen und Konflikt und Kooperation
    3.1.2. Verhandlungen, Kommunikation, Institutionen
  4. Governance: Die Organisation von Herrschaft  
  5. Die positive Analyse der Entstehung von Verfassungen  
  6. Schlussfolgerungen  
4. Design der Untersuchung  
  1. Makrophasen der Regierungskonferenz 1996  
  2. Interministerielle Koordination  
  3. Formale Definitionen und Annahmen  
  4. Daten und Datenerhebung  
    4.1.1. Die Agenda: Rekonstruktion des Verhandlungsraumes
    4.1.2. Standardisierte Interviews mit den beteiligten Akteuren
  5. Forschungsfragen  
5. Interne und Externe ‚Commitments‘ der Mitgliedstaaten  
  1. Formale Ratifikationserfordernisse und diskretionäre Spielräume der Regierungen  
  2. Heterogenität regierungsinterner Präferenzen  
  3. Die Verteilung von Beteiligungs-, Entscheidungs- und Kontrollrechten  
  4. Private Information? Kabinetts-Median und deklarierte Verhandlungsposition  
6. Transgouvernementale Koordinationsnetzwerke der Ministerialbürokratie  
  1. Beschreibung der Teilnetzwerke  
  2. Das Gesamtnetzwerk  
  3. Determinanten transgouvernementaler Koordinationsbeziehungen  
  4. Zusammenfassung  
  5. Appendix  
7. Signale und Konzessionen  
  1. Prozessanalysen internationaler Verhandlungen  
  2. Strategisches Signalisieren  
    2.1.1. Das Signalisieren von Ausgangspositionen
    2.1.2. Schriftliche Interventionen im Verhandlungsverlauf
  3. 'Intermediate' Konzessionen und Konzessionen am Ende  
    3.1.1. Explizite 'intermediate' Konzessionen
    3.1.2. Implizite Konzessionen am Ende, oder: die Offenbarung der Performanz
  4. Zusammenfassung  
  5. Appendix  
Resümee    
Literatur    
Namenregister    
Sachregister    
 

Informationen zum Autor:


Paul W. Thurner ist Projektleiter am Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES). Mit dem vorliegenden Buch habilitierte er im Jahre 2004 an der Fakultät für Sozialwissenschaften der Universität Mannheim.