Gunnar Otte  
 

Sozialstrukturanalysen mit Lebensstilen

 
 

Eine Studie zur theoretischen und methodischen Neuorientierung der Lebensforschung

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  Sozialstrukturanalyse Band 18  
  400 S., Wiesbaden, VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2004  
  ISBN 3-8100-4161-0  
     

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Inhaltsverzeichnis

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Abstract

Das Lebensstilkonzept wird seit zwei Jahrzehnten als Alternative zu klassischen Konzepten der Sozialstrukturanalyse diskutiert. Der bisherige Ertrag der Lebensstilforschung ist jedoch recht mager. Als Hauptprobleme der Forschungspraxis gelten: die mangelnde Vergleichbarkeit der Lebensstiltypologien; ihre Theoriearmut; der fragliche Realitätsgehalt einzelner Lebensstiltypen; der Erhebungsaufwand von Lebensstilvariablen. Die Studie beansprucht, diese Probleme durch die Entwicklung eines theoretisch begründeten und empirisch effizient einsetzbaren Analyseinstruments zu lösen. In drei Primärerhebungen wird die entwickelte Typologie zur Analyse individueller Parteipräferenzen, residentieller Segregation, der Integration in städtische Szenen, der Urlaubszielwahl und der Komposition sozialer Netzwerke eingesetzt. Dies ermöglicht die Beantwortung der übergeordneten Frage der Arbeit: Welche Leistungsfähigkeit haben Lebensstile im Vergleich zu klassischen Analysekonzepten?

Inhaltsverzeichnis

   
Vorwort
1. Einleitung
   
Teil I: Theoretische und konzeptionelle Grundlagen der Entwicklung einer Lebensführungstypologie
   
2. Der Status Quo der Lebensstilforschung
2.1 Die These der Entkopplung der Subjektivität von objektiven Strukturen
2.2 Behauptungen der Lebensstilforschung und ihre empirische Evidenz
2.3 Grundsatzfragen zur Konzeption von Lebensstilanalysen
2.4 Methodologisch-methodische Kritik der Lebensstilforschung
2.5 Alternativen der Konstruktion von Typologien
   
3. Konstruktion einer konzeptuellen Lebensführungstypologie
3.1 Identifizierung zentraler LebensfÜhrungsdimensionen durch eine Synopse empirischer Typologien
3.2 Konstruktion einer Typologie anhand zentraler Dimensionen
3.3 Inhaltliche Interpretation der konstruierten Lebensführungstypen
   
4. Die theoretische Erklärung der Genese und der Wirkungen der Lebensführung
4.1 Die soziale Ungleichheit der Lebensführung
4.2 Das Investitionsparadigma zur Erklärung der Genese der individuellen Lebensführung
4.3 Stabilität und Wandel der Lebensführung
4.4 Die Erstplatzierung im Raum der Lebensführung
4.5 Die Wirkungen der Lebensführung
   
Teil II: Operationalisierung und empirische Evaluation der Lebensführungstypologie
   
5. Operationalisierung der Lebensführungstypologie
5.1 Wie soll die Lebensführung spezifiziert werden?
5.2 Wie soll die Zuweisung von Personen zu den Typen erfolgen?
5.3 Entwicklung von Indikatoren der Lebensführung
   
6. Umsetzung in drei Primärerhebungen
6.1 Einbettung in einen lokalen Forschungskontext
6.2 Stichprobenverfahren, Stichprobenrealisierung und Repräsentativität der Daten
   
7. Empirische Konstruktion und Evaluation der Lebensführungstypologie
7.1 Gütekriterien für Lebensführungstypologien
7.2 Analyse der Lebensführungsindikatoren
7.3 Konstruktion von zwei Versionen der Typologie
7.4 Empirischer Vergleich der Lang- und Kurzversion
7.5 Deskription und Illustration der Lebensführungstypen
7.6 Typenvergleich mit einer korrespondenzanalytischen Lösung
7.7 Typenvergleich mit einer clusteranalytischen Lösung
7.8 Intertemporale Stabilität der Lebensführungstypen
7.9 Zwischenresümee der empirischen Evaluation
   
Teil III: Empirische Analysen mit der Lebensführungstypologie
   
8. Soziale Lage und Lebensführung
8.1 Soziale Schichtung
8.2 Lebenszyklus, Lebensform und soziale Herkunft
8.3 Erwerbsstatus, Klassenlage und Berufstätigkeit
8.4 Nationalität und Geschlecht
8.5 Multivariate Erklärung der Lebensführung
   
9. Die Lebensführung in persönlichen sozialen Netzwerken
9.1 Die Erhebung der Lebensführung in egozentrierten Netzwerken
9.2 Soziale Netzwerke im Raum der Lebensführung
9.3 Die Netzwerkhomogenität nach Lebensführungs- und Strukturmerkmalen
9.4 Der Netzwerkeinfluss auf die Lebensführungsgenese
   
10. Lebensführung und residentielle Segregation
10.1 Zum Stand der Forschung
10.2 Ein theoretisches Modell der Wohnstandortwahl
10.3 Wohngebiete in Mannheim
10.4 Dimensionen und Muster residentieller Segregation
   
11. Lebensführung und Partizipation in städtischen Szenen
11.1 Soziale Integration durch Szenen und Vereine
11.2 Vereinsmitgliedschaften der Mannheimer Bevölkerung
11.3 Die Struktur städtischer Szenen in Mannheim
11.4 Die Erklärung der Partizipation in städtischen Szenen
   
12. Lebensführung und Urlaubszielwahlen
12.1 Erklärungsansätze in der Tourismusforschung
12.2 Urlaub als lebensführungsspezifisches Investitionsverhalten
12.3 Die Erklärung von Urlaubszielwahlen
   
13. Lebensführung und Parteipräferenzen
13.1 Sozialstruktur und Parteipräferenzen
13.2 Die theoretische Bedeutung von Wertorientierungen und Lebensstilen
13.3 Die Erklärung von Parteipräferenzen
   
14. Schlussbetrachtung
   
Literaturverzeichnis
   
  Anhänge
  Ausfallstatistiken und Ausschöpfungsquoten
  Kennziffern zur Repräsentativität der Daten
  Ausschnitt aus dem Fragebogen 1999 zum Thema "Lebensführung"
  Klassifikation und Verortung von Berufsgruppen im Raum der Lebensführung

 

Der Autor

Dr. Gunnar Otte war wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Methoden der empirischen Sozialforschung und angewandte Soziologie der Universität Mannheim und arbeitete am MZES im Projekt "Die theoretische Konstruktion und empirische Überprüfung einer Lebensführungstypologie". Er ist jetzt am Institut für Kulturwissenschaften der Universität Leipzig tätig.