PAUL THURNER

  Paul Thurner  
  Wählen als rationale Entscheidung    
  Die Modellierung von Politikreaktionen im Mehrparteiensystem   vergrößerte Ansicht in neuem Fenster  
   
  296 S., München, Oldenbourg, 1998  
  ISBN: 3-486-56340-8  
     
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Inhaltsverzeichnis

Abstract (dt.)

Thurners Anliegen ist es, die entscheidungstheoretischen Grundlagen der Wahlentscheidung einmal grundsätzlich zu klären. Wie sensitiv reagieren Wähler auf die Politikpositionen der Parteien und welche Auswirkungen hat dies auf die Wiederwahlchancen der Parteien? Thurner formuliert das ökonomische Wählermodell im Rahmen der stochastischen Entscheidungstheorie neu, und verwendet Kandidaten- und Parteienmerkmale als Entscheidungs-kriterien. Durch die gleichzeitige Berücksichtigung von langfristigen Parteiloyalitäten wird er der Tatsache gerecht, daß die Wahlentscheidung in Mehrparteiensystemen einerseits sehr komplex ist, andererseits die Wähler nur über geringe Information verfügen. Auf statistisch innovative Weise werden Politikreaktionen der Wähler im Hinblick auf die Wahlchancen der Parteien bei der Bundestagswahl 1990 vergleichend in Ost- und Westdeutschland geschätzt.

Abstract (engl.)

How sensitive do voters react to policy positions of parties in multiparty systems and which implications do the voter's policy reactions have for the parties to be reelected? This book tries to systematically answer this qustion by transferring approaches originally developed in transportation economics and marketing sciences, this book tries to systematically answer these questions. It reformulates the spatial theory of voting in terms of stochastic multiattributive decision theory by using features of candidates and parties as decision criteria. By taking advantage of statistically innovative tools, empirical policy reaction functions are estimated for the first All-German election in 1990.

Inhaltsverzeichnis

1

EINLEITUNG

2

ÖKONOMISCHE ERKLÄRUNGEN DER WAHL

2.1

Ökonomische Theorie der Politik: Einleitung

2.2

Das räumliche Modell des Parteienwettbewerbs

2.2.1

Hotellings Wettbewerbsmodell

2.2.2

Analogie des politischen Marktes

2.2.3

Die Marktanalogie bei Mehrparteiensystemen

2.2.3.1

Gleichgewichtsbedingungen im Mehrparteiensystem

2.2.3.2

Alternative Maximierungszielsetzungen der Parteien im Mehrparteiensystem

2.2.3.3

Koalitionen im Mehrparteiensystem

2.3

Die Wahlentscheidung in räumlichen Modellen: Dimensionen und Information

2.3.1

Downs: Eine ideologische Dimension

2.3.1.1

Rationales Wählen bei perfekter Information

2.3.1.2

Rationales Wählen bei Ungewißheit

2.3.2

Mehrere Politikdimensionen (Davis/Hinich/Ordeshook)

2.3.3

Mehrere ideologische Dimensionen (Enelow/Hinich)

2.3.4

Single Issue Voting

2.3.5

Die Partizipationsentscheidung im räumlichen Modell

2.4

Empirische Anwendungen der Theorie der rationalen Wahlentscheidung

2.4.1

Abgrenzung zu Modellen des 'economic voting'

2.4.2

Empirische Erklärung des Wahlverhaltens im Rahmen des räumlichen Modells

2.5

Schlußfolgerungen und leitende Fragen für eine empirische Analyse der rationalen Wahlentscheidung

3

ENTSCHEIDUNGSTHEORIE

3.1

Einleitung

3.2

Begriffsbestimmung

3.3

Das formale Grundmodell der rationalen Entscheidung

3.4

Die Entscheidung über den Konsum privater Güter

3.4.1

Das neoklassische Grundmodell der mikroökonomischen Konsumentscheidung

3.4.2

Die Neue Konsumtheorie

3.4.2.1

Charakteristika von Gütern (Lancaster)

3.4.2.2

Beckers 'New Home Economics'

3.5

Die Nachfrage nach und die Wertschätzung von öffentlich bereitgestellten Gütern

3.6

Information und Entscheidung

3.6.1

Ungewißheitsökonomik versus Informationsökonomik

3.6.2

Die Rationalität von Habits, Loyalität und Vertrauen

3.7

Probabilistische Modelle diskreter Entscheidungen

3.8

Zusammenfassung

4

DIE THEORETISCHE MODELLIERUNG DER WAHLENTSCHEIDUNG

4.1

Der politische Markt

4.2

Ein multiattributives probabilistisches Modell der Wahl

4.2.1

Spezifikation des räumlichen Modells

4.2.2

Die probabilistische Komponente

4.3

Segmentierung des politischen Marktes

4.3.1

Partei-Loyalität: Sozioökonomische Interessengruppen

4.3.2

Attitudinale Parteiloyalität

4.4

Die Partizipationsentscheidung

5

DIE STATISTISCHE MODELLIERUNG DER WAHLENTSCHEIDUNG

5.1

Die statistische Analyse diskreter abhängiger Variabler

5.2

Das logistische, multiattributive Zufallsnutzenmodell

5.3

Die Unabhängigkeit von irrelevanten Alternativen (IIA)

5.4

Modellschätzung

5.5

Modellinterpretation

6

DATENGRUNDLAGE UND OPERATIONALISIERUNG

7

EMPIRISCHE ANALYSE DER WAHLENTSCHEIDUNG IM MEHRPARTEIENSYSTEM: POLITIKREAKTIONEN BEI DER BUNDESTAGSWAHL 1990

7.1

Der Kontext der ersten gesamtdeutschen Wahl

7.2

Politikpräferenzen in Ost- und Westdeutschland

7.3

Politikpräferenzen und Wahlentscheidung

7.4

Parteipositionen, Politikdistanzen und Wahl

7.5

Parteiloyalität, Politik und Wahlentscheidung

7.6

Issue Publics, Salienzeffekte und Wahlentscheidung

7.7

Politik, Parteiloyalität und die Partizipationsentscheidung

8

ZUSAMMENFASSUNG DER ERGEBNISSE UND AUSBLICK

9

LITERATUR

PERSONENREGISTER

SACHREGISTER