Feldexperimente zur Bürgerbeteiligung bei Wahlen und Referenden

Fragestellung/Ziel: 

Die Beteiligung von Bürgern an Wahlen ist ein zentrales Element von Demokratien. Vor dem Hintergrund fallender Wahlbeteiligungsraten in Europa, sollen in diesem Projekt die kurzfristigen Chancen von Wählermobilisierung in Wahlkampagnen untersucht werden. Bisher ist darüber, zumindest im europäischen Kontext, wenig bekannt. Eine Ursache dieser Forschungslücke ist methodologisch: Mit traditioneller Umfrageforschung lassen sich die kurzfristigen Effekte von Mobilisierungsversuchen nur schwer untersuchen. Feldexperimente bieten dagegen die Möglichkeit einer zielgenauen Analyse kurzfristiger Kampagnenstimuli. Aufbauend auf neueren Befunden von „get-out-the vote“- Feldexperimenten in den USA und Großbritannien, sollen in diesem Projekt mehrere Feldexperimente im deutschen Kontext eines parlamentarischen Mehrparteien-Systems implementiert werden und damit eine komparative Analyse kurzfristiger Wählermobilisierung ermöglichen. Die Experimente analysieren verschiedene Stimuli wie die Ausübung sozialen Drucks und die Bereitstellung zusätzlicher politischer Informationen in verschiedenen institutionellen Kontexten: Landtagswahlen auf der einen Seite und sachgebundene kommunale Referenden auf der anderen Seite.

Arbeitsstand: 

Wir haben die verschiedenen Datenquellen auf Aggregat- und Individualebene miteinander verknüpft und erste Analysen der qualitativen Interviews der Fokusgruppen durchgeführt. Die dritte Welle unser Panelbefragung aus dem ursprünglichen Feldexperiment wurde vorbereitet und wir planen diese im Frühjahr 2020 durchzuführen. Daneben wurde eine Reihe von Publikationen vorbereitet.

Fact sheet

Finanzierung: 
Baden-Württemberg Stiftung
Laufzeit: 
2015 bis 2020
Status: 
laufend
Datenart: 
Feldexperiment-Daten, offizielle Wahlstatistiken, Umfragedaten
Geographischer Raum: 
Deutschland

Veröffentlichungen