Gemeinsam kämpfen oder getrennte Wege gehen? Europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik in Zeiten von Brexit und Trump

Fragestellung/Ziel: 

Das Projekt untersucht die dynamische Beziehung zwischen Eliten und Bevölkerungen bei der Politikgestaltung auf dem Gebiet der gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik im europäischen Mehrebenensystem. Im Zentrum des Projekts stehen zwei übergeordnete Fragen: Was und wie denken Eliten und die europäischen Öffentlichkeiten über stärkere (europäische) Verteidigungsanstrengungen, Sicherheit und militärische Integration? Im Einzelnen verfolgt das Projekt folgende sieben Ziele: Erstens wird untersucht, was die Bürger und sicherheitspolitische Eliten unter "gemeinsamer Verteidigung" verstehen. Zweitens wird ermittelt, wie die europäischen Bürger zu einer breiten Palette möglicher Formen der Verteidigungsintegration stehen, einschließlich der Einführung einer europäischen Armee. Drittens wird analysiert, ob sich die Wahrnehmungen und Präferenzen der Bürger unterschiedlicher EU-Mitgliedstaaten unterscheiden. Viertens wird der Frage nachgegangen, welche Wertvorstellungen, Prädispositionen, Einstellungen und demographischen Faktoren die Unterstützung oder Ablehnung der Verteidigungsintegration beeinflussen. Fünftens wird untersucht, wie Elitemerkmale, soziale Signale und reale Ereignisse die Einstellungen zur Verteidigungsintegration beeinflussen. Sechstens wird das Zusammenspiel zwischen Medieninhalten, individueller Medienexposition und Bürgermeinungen zur europäischen Verteidigungs- und Sicherheitsintegration analysiert. Siebtens wird untersucht, wie (tatsachengetreu) die Eliten die Meinungen der Bürger gegenüber der europäischen Integration auf dem Gebiet von Verteidigung und Sicherheit wahrnehmen und umgekehrt.

Das Projekt kombiniert qualitative (Eliteinterviews) und quantitative Forschung (Umfragen mit eingebetteten Experimenten und Medieninhaltsanalyse), um zu untersuchen, welche Faktoren die Präferenzen zur europäischen Sicherheitspolitik beeinflussen. Ein Schwerpunkt liegt auf Frankreich, Deutschland, Italien und Großbritannien, vier Ländern, die eine wichtige Rolle in der europäischen Verteidigungsintegration spielen.

Die beiden Mannheimer Forscher leiten das Projekt zusammen mit folgenden Projektpartnern: Filip Ejdus (Belgrad), Martial Foucault (Paris), Catherine Hoeffler (Bordeaux), Stephanie Hofmann (Genf), Pierangelo Isernia (Siena), Jean Joana (Montpellier), Theresa Kuhn (Amsterdam), Bogdan Radu (Babeş-Bolyai), Jason Reifler (Exeter), Thomas Scotto (Glasgow), Seiki Tanaka (Leeds) und Catarina Thomson (Exeter).

Arbeitsstand: 

Das Projektteam hat die Phase der Datenerhebung erfolgreich abgeschlossen und bereitet momentan die Daten für detaillierte Analysen auf. Wir haben eine Drei-Wellen-Panel-Umfrage in Frankreich, Deutschland, Italien und dem Vereinigten Königreich, eine pan-europäische Umfrage in 25 europäischen Staaten sowie über 110 Interviews mit Entscheidungsträgern in verschiedenen europäischen Regierungen und internationalen Organisation durchgeführt, und Zeitungsartikel und Tweets ab dem Jahr 2016 gesammelt. Die Teammitglieder befinden sich im Prozess der Datenanalyse und bereiten mehrere Manuskripte zur Präsentation bei internationalen Konferenzen sowie zur Einreichung bei internationalen Zeitschriften vor.

Fact sheet

Finanzierung: 
Volkswagen Stiftung
Laufzeit: 
2018 bis 2022
Status: 
laufend
Datenart: 
Eliteninterviews, Bevölkerungsumfragen; Medieninhalt
Geographischer Raum: 
Europa, insbesondere Frankreich, Deutschland, Italien und Großbritannien

Veröffentlichungen