Abweichende Umfragen vor Sachsen-Anhalt-Wahl: "Ostdeutschland ist einfach ein Sonderfall"

Date: 
Tuesday, 8. June 2021
Medium: 
SPIEGEL

"(...) Ein weitverbreiteter Irrtum ist, dass Umfragen vor der Wahl tatsächlich als Prognosen zu sehen sind. Das stimmt nicht. Umfragen kurz vor der Wahl geben keinen Ausblick auf das Wahlergebnis, sondern zeigen eine politische Momentaufnahme. Viele Journalistinnen und Journalisten ordnen das nicht richtig ein, weil sie nicht das nötige methodische Verständnis besitzen und übersehen, dass bis zur Wahl auch noch Änderungen möglich sind. Zudem gibt es auch Umfrageinstitute, die wenig Interesse daran haben, das geradezurücken.

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Die Ergebnisse von Wahlumfragen entsprechen nicht exakt den Daten, die erhoben wurden. Umfrageinstitute bereinigen und gewichten ihre Daten später, um die Ergebnisse belastbarer zu machen. Zudem sind Wahlumfragen vor Landtagswahlen schwieriger durchzuführen. Denn die Zahl der durchgeführten Umfragen ist deutlich geringer als bei Bundestagswahlen und das Erstellen guter Stichproben kostspieliger und aufwendiger. Deshalb werden vor Landtagswahlen weniger Umfragen gemacht. Und dann kommt noch hinzu, dass Ostdeutschland beim Thema Wahlverhalten einfach ein Sonderfall ist. (...)"

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