Open Social Science Conference des MZES: Wie kann Forschung offener und transparenter werden?

Wie kann Wissenschaft offen, transparent und nachvollziehbar werden? Mit dieser Frage befasst sich die Open Social Science Conference des Mannheimer Zentrums für Europäische Sozialforschung (MZES) der Universität Mannheim, die von Freitag bis Samstag dieser Woche im Mannheimer Schloss stattfindet. Auf der international hochrangig besetzen Tagung diskutieren Pioniere der Open-Science-Bewegung und Entscheider des Wissenschaftssystems.

Organisatoren der Konferenz sind die Nachwuchswissenschaftler Dr. Nate Breznau, Dr. Eike Mark Rinke und Alexander Wuttke. Sie haben sich vorgenommen, in Zeiten von Fake News und Wissenschaftsskepsis einer Glaubwürdigkeitskrise der Sozialwissenschaften vorzubeugen. Alexander Wuttke, Politikwissenschaftler am MZES: "Wie in anderen Disziplinen ist auch in den Sozialwissenschaften manchmal zu schwer nachvollziehbar, wie die Forschenden zu ihren Befunden gelangen – selbst für Experten, insbesondere aber für Laien. Wir wollen diskutieren, mit welchen Standards, Regeln und Anreizen wir eine offenere Wissenschaftspraxis fördern können, die eine möglichst breite Öffentlichkeit mit einbezieht.“

Druck auf den Nachwuchs, möglichst spektakulär zu publizieren

Obwohl es längst zahlreiche Standards für wissenschaftliches Publizieren gibt sowie auch Empfehlungen der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis: Ideal seien die Anreize für völlige Transparenz im Moment noch nicht, meinen Wuttke und seine Ko-Organisatoren. Der Druck insbesondere auf Nachwuchsforscher, möglichst viel und möglichst spektakulär zu publizieren, sei hoch. Und entsprechend hoch sei beispielsweise die Versuchung, Befunde zu vernachlässigen, die den Erwartungshaltungen widersprechen und stattdessen andere Befunde hervorzuheben. So könne entstehen, was Wissenschaftler einen "Publication Bias" nennen: Die Realität wird in wissenschaftlichen Publikationen verzerrt abgebildet. "Dabei ist ein Nicht-Befund oder eine widerlegte Hypothese für die Wissenschaft unter Umständen viel substanzieller, als die wiederholte Bestätigung einer These, die gerade im Fokus einer Disziplin steht", betont Alexander Wuttke.

Zu den Gastrednern der Mannheimer Konferenz gehören mit dem Soziologen Jeremy Freese von der Stanford University ein Pionier der Open-Science-Bewegung und mit dem Politikwissenschaftler Arthur Lupia der stellvertretende Direktor der US-amerikanischen National Science Foundation. Insgesamt haben sich rund 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Europa, Asien, Nordamerika und Afrika zu der Tagung angemeldet. "Das zeigt, dass wir mit unserer Themensetzung einen Nerv getroffen haben. Kollegen aus aller Welt interessieren sich dafür, wie wir die Glaubwürdigkeit von Wissenschaft hochhalten können und sind bereit, dazu beizutragen", ist Wuttke überzeugt.

Konferenzprogramm, Anmeldung und Kontakt:

Die Vertreterinnen und Vertreter der Medien sind herzlich eingeladen. Es wird um Anmeldung gebeten per E-Mail an openscience [at] mzes.uni-mannheim.de oder via twitter: @opensocsci

Zum Konferenzprogramm:

https://www.mzes.uni-mannheim.de/openscience/index.php/schedule/

Alle weiteren Informationen zur Konferenz, einschließlich Übertragung per Livestream:

www.open-socsci.org

Kontakt:

Alexander Wuttke
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES)
Universität Mannheim
Telefon: +49-621-181-2820
E-Mail: Alexander.Wuttke [at] mzes.uni-mannheim.de
https://www.mzes.uni-mannheim.de/d7/de/profiles/alexander-wuttke
http://www.twitter.com/kunkakom

Nikolaus Hollermeier
Direktorat / Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES)
Universität Mannheim
Telefon: +49-621-181-2839
E-Mail: nikolaus.hollermeier [at] mzes.uni-mannheim.de
www.mzes.uni-mannheim.de

Yvonne Kaul
Internationales Forschungsmarketing
Kommunikation und Fundraising
Universität Mannheim
68131 Mannheim
Tel.: 0621 181-1266
E-Mail: kaul [at] uni-mannheim.de

(Pressemitteilung Universität Mannheim, 23.01.2019)