Geschlecht und Migrationsentscheidungen in einer quantitativen Mikroperspektive
Forschungsfrage/Ziel:
Dieses Forschungsprojekt wird untersuchen, was auf der Mikroebene die Verschiebung des Geschlechtergleichgewichts in der Migration bedingt. Genauer gesagt lautet die allgemeine Forschungsfrage: Wie verändern ungleiche Kontextfaktoren im Herkunfts- und Zielland das Geschlechter(un)gleichgewicht bei Migrationsentscheidungen? Das Projekt gliedert sich in drei Arbeitspakete. Das erste Arbeitspaket geht von der Idee aus, dass die verschiedenen Operationalisierungen von Migrationsentscheidungen unterschiedliche Nuancen des Konzepts messen und argumentiert, dass diese mit dem Geschlecht verbunden sind. Mit einer Meta-Analyse und einem Probing-Experiment werden die vorhandenen Erkenntnisse untersucht und in ein neues Licht gerückt. Das zweite Arbeitspaket nimmt die Perspektive der Herkunftsländer ein und untersucht, wie geschlechtsspezifische soziale Normen mit Migrationsentscheidungen verknüpft sind. Im dritten Arbeitspaket richtet sich der Fokus auf den Einfluss des potenziellen Ziellandes. Es wird untersucht, inwieweit und auf welche Weise die geschlechtsbezogene Arbeitsnachfrage und die nicht geschlechtsbezogene Migrationspolitik des Ziellandes die Migrationsentscheidungen im Herkunftsland beeinflussen. Um das zweite und dritte Arbeitspaket zu untersuchen, verwende ich Survey-Experimente und kombiniere die Ergebnisse mit strukturellen Einflussgrößen. Alle Experimente werden in drei Ländern aus den verschiedenen geografischen und kulturellen Schlüsselregionen rund um die EU durchgeführt (MENA, südöstliches Balkan-Europa, Osteuropa).
Aktueller Stand:
Der zentrale Meilenstein dieses Jahres war die Veröffentlichung eines Manuskripts, das erstmals das neue theoretische Argument des Projekts anhand von Sekundärdaten empirisch testet. Dies stellt einen wichtigen Schritt zur Etablierung der breiteren Anwendbarkeit des theoretischen Ansatzes dar. Zudem wurde ein umfassender Förderantrag zum Projekt verfasst und eingereicht. Mit Unterstützung einer wissenschaftlichen Hilfskraft hat außerdem die umfangreiche Datenerhebung begonnen, die einen entscheidenden Bestandteil der geplanten empirischen Analyse bilden wird.
Publikationen
Präsentationen
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(2024): Gender differences in migration decision making. [New knowledge on migration, development and policy, Oxford, 24/06/2024 - 26/06/2024]. More
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(2023): Quantitative measurements of migration decision making: How a more differentiated measurement perspective provides new insights on gender imbalances. [20th IMISCOE Annual Conference, Warsaw, 03/07/2023 - 06/07/2023]. More