Making Electoral Democracy Work

Projektleiter/innen Prof. Ph.D. Thomas Gschwend Mitarbeiter/innen Dr. Steffen Zittlau Social Sciences and Humanities Research Council of Canada-gefördert 2011 – 2017

Forschungsfrage/Ziel:

Making Electoral Democracy Work (MEDW) ist ein internationales Kooperationsprojekt, in dem Politikwissenschaftler, Ökonomen und Psychologen aus Kanada, Europa und den Vereinigten Staaten zusammenarbeiten. Es ist die ehrgeizigste Studie, die jemals über Auswirkungen von Wahlsystemen auf die Arbeitsweise von Demokratien durchgeführt wurde. Finanziert wird die Studie vom kanadischen Social Sciences and Humanities Research Council.

Für die Studie fanden im Zeitraum von 2011 bis 2015 Wählerbefragungen zu 18 Wahlen auf verschiedenen Regierungsebenen in Kanada, Frankreich, Deutschland, Spanien und der Schweiz statt. Die Analysen wurden dann mit Labor- und Onlineexperimenten vervollständigt. Wir sammelten und kodierten systematisch eine breite Palette von Parteienmaterial aus den drei Monaten vor den jeweiligen Wahlen sowie Informationsmaterial zur Durchführung der Kampagnen, welches die wichtigsten Ereignisse im Wahlkampf, die von den Medien veröffentlichten Umfragen und die offiziellen Meldungen umfasste. Außerdem führten wir semi-strukturierte Interviews mit den Leitern der Parteikampagnen durch, um mehr über die Strategien der Parteien zu erfahren.

Den größten wissenschaftlichen Einfluss für die Erklärung von Wahlen in Mehrebenensystemen hat das Modell der Second-Order Election (SOE). Wir konnten beobachten, dass das SOE-Modell einen entscheidenden wahren Kern hat: Wahlen werden sowohl von Wählern als auch von Parteien nicht alle als gleich wichtig eingeschätzt. Manche werden als wichtiger erachtet, und Wähler verhalten sich je nach Wichtigkeit der Wahl unterschiedlich. Unser zentrales Ergebnis ist, dass das SOE-Modell richtigliegt, wenn es hervorhebt, dass die Wähler den als unwichtiger erachteten Wahlen weniger Aufmerksamkeit schenken. Aber das SOE-Modell hat in zweierlei Hinsicht zu kurz gegriffen: Es hat fälschlicherweise angenommen, dass die Wähler nationale Wahlen immer für die wichtigsten Wahlen halten, und es hat zweitens übersehen, welche eigenständige Rolle die politischen Parteien dabei spielen.


Publikationen

Buchkapitel

  • Arzheimer, Kai, Jocelyn Evans, Michael S. Lewis-Beck (Eds.) Gschwend, Thomas, Michael F. Meffert (2017): Strategic Voting. 339-366. London, Sage. More
  • Schmitt-Beck, Rüdiger (Eds.) Bytzek, Evelyn, Thomas Gschwend, Sascha Huber, Eric Linhart, Michael F. Meffert (2012): Koalitionssignale und ihre Wirkungen auf Wahlentscheidungen. 45, 393-418. Baden-Baden, Nomos. More
  • Kittel, Bernhard, Wolfgang J. Luhan, Rebecca B. Morton (Eds.) Hooghe, Marc, Sofie Marien, Thomas Gschwend (2011): Gathering Counter-Factual Evidence: An Experimental Study on Voters’ Responses to Pre-Electoral Coalitions. 413-440. Basingstoke, Palgrave Macmillan. More

Zeitschriftenartikel

  • Dentler, Klara, Thomas Gschwend, David Hünlich (2021): A swing vote from the ethnic backstage: The role of German American isolationist tradition for Trump’s 2016 victory. Electoral Studies, 71, (article no. 102309). More
  • Leininger, Arndt, Lukas Rudolph, Steffen Zittlau (2018): How to Increase Turnout in Low-Salience Elections: Quasi-Experimental Evidence on the Effect of Concurrent Second-Order Elections on Political Participation. Political Science Research and Methods, 6, 3, 509-526. More
  • Norpoth, Helmut, Thomas Gschwend (2017): Chancellor Model Predicts a Change of the Guards. PS: Political Science & Politics, 50, 3, 686-688. More
  • Munzert, Simon, Lukas F. Stötzer, Thomas Gschwend, Marcel Neunhoeffer, Sebastian Sternberg (2017): Zweitstimme.org. Ein strukturell-dynamisches Vorhersagemodell für Bundestagswahlen. Politische Vierteljahresschrift, 58, 3, 418-441. More
  • Norpoth, Helmut, Thomas Gschwend (2013): Chancellor Model Picks Merkel in 2013 German Election. Political Science & Politics, 46, 3, 481-482. More

Präsentationen

  • Stötzer, Lukas F., Simon Munzert, Thomas Gschwend, Marcel Neunhoeffer, Sebastian Sternberg (2017): Forecasting Elections in Multi-party Systems: A Backwards Random-walk Approach. [Invited Talk, University of Amsterdam, 14/09/2017 - 14/09/2017]. More
  • Zittlau, Steffen (2015): Multi-level spatial voting: Vote switching in EP elections and European integration preferences. [5th Annual General Conference of the European Political Science Association, Vienna, 25/06/2015 - 27/06/2015]. More
  • Gschwend, Thomas, Lukas F. Stötzer, Steffen Zittlau (2015): Valence Campaigning in the 2008 US Congressional Elections. [111th Annual Conference of the American Political Science Association, San Francisco, 03/09/2015 - 06/09/2015]. More
  • Gschwend, Thomas, Lukas F. Stötzer, Steffen Zittlau (2014): Why don't you talk about policy? Valence campaigning in the 2008 US Congressional elections. [4th Annual General Conference of the European Political Science Association, Edinburgh, 19/06/2014 - 21/06/2014]. More
  • Blais, André, Ludovic Rheault, John H. Aldrich, Thomas Gschwend (2013): Understanding People's Choice When They Have Two Votes. [Annual Conference of the Canadian Political Science Association, University of Victoria, British Columbia, 04/06/2013 - 06/06/2013]. More