Der Einfluss der ökonomischen Krise auf Jugendarbeitsmärkte in Europa

Fragestellung/Ziel: 

Die Entwicklungen der altersspezifischen Arbeitslosenquoten zeigen, dass Jugendliche besonders stark von der ökonomischen Krise betroffen sind. Dies führt zu der Befürchtung, dass eine „verlorene Generation“ heranwächst, da die Nichtintegration in den Arbeitsmarkt weitreichende und langfristige Folgen mit sich bringt. Vor diesem Hintergrund analysiert das geplante Forschungsprojekt, inwieweit die ökonomische Krise die generell benachteiligte Lage von Jugendlichen auf dem Arbeitsmarkt verschärft hat. Dabei soll die Arbeitsmarktlage Jugendlicher auf Basis europäisch-komparativer Mikrodaten mehrdimensional erfasst werden, indem sowohl Risiken der Arbeitsmarktexklusion in Form verschiedener Arten der Nichtbeschäftigung als auch Risiken verschiedener Arten prekärer Beschäftigungsformen analysiert werden. Um die Dauerhaftigkeit und auch die direkten Folgen dieser Risikolagen für den weiteren Erwerbsverlauf zu evaluieren, werden Jugendliche in individueller Längsschnittperspektive verfolgt. Damit soll geprüft werden, ob Jugendliche dauerhaft benachteiligt sind oder ob auch in Zeiten der Krise ein schneller Sprung in Beschäftigung bzw. in das Normalarbeitsverhältnis möglich ist. Ein zentrales Anliegen des Projekts ist, im Vergleich aller west- und osteuropäischen EU-Länder die Variation in der Inzidenz und der Dynamik von Arbeitsmarktexklusion und prekären Arbeitsmarktlagen von Jugendlichen zu erklären. Der Fokus liegt hierbei auf dem Wechselspiel zwischen ökonomischen Schocks, institutionellem Kontext und politischen Maßnahmen. Im Ländervergleich soll letztlich geklärt werden, welche institutionellen Arrangements und politischen Maßnahmen Jugendliche am besten vor den Auswirkungen ökonomischer Krisen schützen.

Arbeitsstand: 

Dieses Forschungsprojekt hat erst kürzlich im September 2013 begonnen. Als erster Arbeitsschritt im Projekt wurden europäisch-komparative Mikrodaten der Europäischen Arbeitskräftestichprobe (EULFS) aufbereitet, um die Arbeitsmarktlage von Jugendlichen in Zeiten der Krise in mehrdimensionaler Perspektive zu erfassen. Hierbei werden sowohl Risiken der Arbeitsmarktexklusion in Form verschiedener Arten der Nichtbeschäftigung als auch Risiken verschiedener Arten prekärer Beschäftigungsformen analysiert. Die ersten Ergebnisse wurden auf internationalen Konferenzen präsentiert. Eine erste Publikation wird zurzeit vorbereitet.

Fact sheet

Finanzierung: 
Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Ba-Wü
Laufzeit: 
2012 bis 2014
Status: 
beendet
Datenart: 
EULFS, EU-SILC und nationale Haushaltspanel/Jugendbefragungen
Geographischer Raum: 
West- und Osteuropa

Veröffentlichungen