Die friedliche Spaltung der Tschechoslowakei. Bedingungen der kooperativen zwischennationalen Konfliktregulierung in der Tschechoslowakei bzw. in Tschechien und in der Slowakei

Fragestellung/Ziel: 

Die Teilung der Tschechoslowakei gilt als Musterbeispiel für eine friedliche Konfliktregulierung. Die genauen Ursachen und Gründe sind aber bis heute noch nicht eingehend und im Zusammenhang analysiert worden. Die Ausgangsthese des Projektes lautet, daß erst der Demokratisierungsprozeß die Politik in der Gesellschaft zur staatlichen Trennung von Tschechen und Slowaken geführt hat, wobei das politische Gewicht der beiden Ministerpräsidenten Václav Klaus und Vladimír Meciar bei der Teilung überschätzt wird und wichtige Persönlichkeiten, Gruppen, Parteien, Interessenverbände usw. das Vorgehen der beiden Protagonisten erst ermöglicht und außerdem aktiv unterstützt oder zumindest toleriert haben. Die erfolgreiche Teilung des Staates erfolgte im Widerspruch zu allen Meinungsumfragen, die permanent eine deutliche Zustimmung zum gemeinsamen Staat innerhalb der Bevölkerung signalisiert haben. Dennoch ist es zu keiner nennenswerten gesellschaftlichen Mobilisierung für den Erhalt des Gesamtstaates gekommen. In dem Projekt wird untersucht, ob es tragfähige Alternativen zur Teilung gegeben hätte. Vor dem Hintergrund der Einbeziehung Osteuropas in die europäische Integration ist von besonderem Interesse, inwieweit der innere Demokratisierungsprozeß und der Übergang zur Marktwirtschaft nach der Spaltung fortgeführt werden oder aber alte kommunistische oder neue autoritäre Strukturen, die den Transformationsprozeß gleichwohl beeinflussen, wieder an Gewicht gewinnen oder sogar maßgeblich auf die weitere Entwicklung einwirken.

Fact sheet

Laufzeit: 
1996 bis 1998
Status: 
beendet
Geographischer Raum: 
Tschechien, Slowakei

Veröffentlichungen