Die sozialen Folgen befristeter Beschäftigung und Arbeitslosigkeit in Europa
Befristete Beschäftigung wird als Instrument der Arbeitsmarktflexibilisierung zur Reintegration von Arbeitslosen propagiert. Während es eine umfangreiche Forschungsliteratur gibt, die zeigt, dass befristete Beschäftigungsverhältnisse im Vergleich zu unbefristeten Beschäftigungsverhältnissen mit Nachteilen verbunden sind, existieren kaum Studien, die die Folgen befristeter Beschäftigung im Vergleich zur Arbeitslosigkeit untersuchen. Auf Basis von Längsschnittdatenanalysen zielt dieses Forschungsprojekt auf (1) die Identifikation des kausalen Effekts der Arbeitslosigkeit auf soziale Exklusionsprozesse in einer dynamischen Lebenslaufperspektive. Hierbei werden insbesondere Folgen für die individuelle Erwerbskarriere und Armutsrisiken analysiert. (2) Es wird überprüft, ob es mittels befristeter Verträge gelingt Arbeitslose kurz- und langfristig zu (re-)integrieren. (3) Im Rahmen eines west- und osteuropäischen Vergleichs sollen Arbeitsmarktinstitutionen, Wohlfahrtsregime und Familienregime identifiziert werden, welche die individuellen Folgen von Arbeitslosigkeit und befristeter Beschäftigung jeweils abmildern bzw. verstärken.
Das Forschungsprojekt befindet sich in der Phase der Aufbereitung von Haushaltspaneldaten und der Analyse der sozialen Folgen von befristeter Beschäftigung und Arbeitslosigkeit. Erste Projektergebnisse wurden auf zahlreichen internationalen Fachtagungen präsentiert und bereits in internationalen Fachzeitschriften veröffentlicht. Zudem wird ein Förderantrag vorbereitet.
