Feldexperimente zur Bürgerbeteiligung bei Wahlen und Referenden

Fragestellung/Ziel: 

Die Beteiligung von Bürgern an Wahlen ist ein zentrales Element von Demokratien. Vor dem Hintergrund fallender Wahlbeteiligungsraten in Europa, sollen in diesem Projekt die kurzfristigen Chancen von Wählermobilisierung in Wahlkampagnen untersucht werden. Bisher ist darüber, zumindest im europäischen Kontext, wenig bekannt. Eine Ursache dieser Forschungslücke ist methodologisch: Mit traditioneller Umfrageforschung lassen sich die kurzfristigen Effekte von Mobilisierungsversuchen nur schwer untersuchen. Feldexperimente bieten dagegen die Möglichkeit einer zielgenauen Analyse kurzfristiger Kampagnenstimuli. Aufbauend auf neueren Befunden von „get-out-the vote“- Feldexperimenten in den USA und Großbritannien, sollen in diesem Projekt mehrere Feldexperimente im deutschen Kontext eines parlamentarischen Mehrparteien-Systems implementiert werden und damit eine komparative Analyse kurzfristiger Wählermobilisierung ermöglichen. Die Experimente analysieren verschiedene Stimuli wie die Ausübung sozialen Drucks und die Bereitstellung zusätzlicher politischer Informationen in verschiedenen institutionellen Kontexten: Landtagswahlen auf der einen Seite und sachgebundene kommunale Referenden auf der anderen Seite.

Arbeitsstand: 

Das Projekt befindet sich noch im Stadium der Datensammlung und vorläufiger Analysen. Die Feldarbeit vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg war mit ca. 14.000 persönlichen Kontakten in der Experimentalgruppe erfolgreich. Die Individualdaten der Vorwahlbefragung wurden analysiert und eine Nachwahl-Welle befindet sich noch im Feld. Zusätzlich werden auf der Aggregat-Ebene lokale Strukturdaten erhoben.

Fact sheet

Finanzierung: 
Baden-Württemberg Stiftung
Laufzeit: 
2015 bis 2017
Status: 
laufend
Datenart: 
Feldexperiment-Daten, offizielle Wahlstatistiken, Umfragedaten
Geographischer Raum: 
Deutschland

Veröffentlichungen