Welche sozialen Beziehungsnetzwerke sind besonders geeignet die Integration von in sich zerissenen Gemeinschaften und Gesellschaften zu unterstützen? Derart zerissene Gesellschaften sind belastet durch Konflikte zwischen sich gegenüberstehenden Interessengruppen, die um wertvolle Ressourcen und politischen Einfluss konkurrieren. Konflikte entstehen hierbei typischerweise durch bereits bestehende ethnische, regionale, religiöse und ähnliche Gegensätze und Abgrenzungen, die Interessengruppen voneinander trennen. Bisherige Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass derartige Konflikte zu langwieriger politischer Fragmentierung führen kann, die wiederum Hindernisse für wirtschaftliche Entwicklung und Wachstum errichtet. Ziel des Forschungsprojektes ist es zu erklären (a) welche Typen von Netzwerkbeziehungen, und (b) welche Muster von Netzwerken sozialer Beziehungen am besten geeignet sind die Überbrückung politischer Fragmentierung zu unterstützen. Die zentrale inhaltliche Fragestellung ist inwieweit Beziehungen, die primär kontinuierlicher Natur sind (z.B. wirtschaftliche Netzwerke), eine effektivere Grundlage für Gemeinschaftsintegration bilden als Beziehungen, denen kategorische Unterscheidungen zugrunde liegen (z.B. Netzwerke ethnischer oder regionaler Zugehörigkeit). Die empirische Untersuchung verbindet Netzwerksimulationen und eine vergleichende Studie von Längsschnittnetzwerkdaten relevanter historischer Kontexte (Großbritannien, Frankreich, Russland). Die Ergebnisse der Studie vertiefen unser theoretisches Verständnis der sozialen Mechanismen, welche zur Integration vormals zerissener Gemeinschaften und Gesellschaften beitragen.