Margarita M. Balmaceda
EU Energy Policy and Future European Energy Markets: Consequences for the Central and East European States

Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung: Arbeitspapiere; 42
Mannheim
,
MZES
,
2002
ISSN: 1437-8574

This working paper explores the European Union vector in the Central and East European (CEE) energy situation, in particular in terms of the CEE countries' energy relationship with Russia. Attention is paid not only to concrete EU energy policies but also to the larger question of European energy markets. EU policies impact the CEE states' energy relationship with Russia through specific EU requirements vis-à-vis the candidate countries, through the side-effects of other EU policies, through the Energy Charter and the Energy Dialogue process with Russia, and through new trends in EU energy thinking and policy striving for the establishment of a more open gas market in Europe. The way these trends and measures will impact the CEE states has to do both with the structural legacies of the COMECON system in these countries - transport and structural dependency, particular energy mixes, low energy efficiency - as well as with the specific nature of their relationship with the EU: these countries are to join the EU at a time of deepened integration and of an unprecedented role of energy in EU policy. The picture that emerges is a mixed one: some of the EU policies and initiatives would greatly increase the CEE states' dependency on energy imports, and thus, on Russian energy, while some would help in the management of this dependency. But it becomes clear that energy security issues will become increasingly important for the CEE states in the next two decades, and this factor should be taken into account in discussions about these countries' integration into the EU.

Dieses Arbeitspapier analysiert die Bedeutung der Europäischen Union für die Energiesituation in Mittel- und Osteuropa, insbesondere im Hinblick auf die Energiebeziehungen der mittel- und osteuropäischen Länder zu Russland. Die Aufmerksamkeit gilt dabei nicht nur den konkreten energiepolitischen Ansätzen der EU, sondern auch der weitergehenden Frage nach der Entwicklung der europäischen Energiemärkte. Der Einfluss der EU-Politik auf die Energiebeziehungen der mittel- und osteuropäischen Länder zu Russland erfolgt durch die spezifischen EU-Anforderungen an die Beitrittskandidaten, durch Nebeneffekte aus anderen EU-politischen Ansätzen, durch die Energiecharta und den Energiedialog mit Russland sowie durch neue Trends im energiepolitischen Denken und Handeln der EU, die auf die Errichtung eines offeneren Gasmarkts in Europa zielen. Wie sich diese Trends und Maßnahmen auf die mittel- und osteuropäischen Länder auswirken, ist einerseits durch das strukturelle Erbe des COMECON-Systems in diesen Ländern strukturelle Abhängigkeiten, spezifische Energiequellenzusammensetzung, niedrige Energieeffizienz und andererseits durch den spezifischen Charakter ihrer Beziehungen zur EU bedingt: Diese Länder treten der EU zum Zeitpunkt einer vertieften EU-Integration und einer bisher beispiellosen Bedeutung des Faktors Energie in der EU-Politik bei. Dabei entsteht ein gemischtes Bild: Einige der Ansätze und Initiativen der EU führen zu einem erheblichen Anstieg der Energieimportabhängigkeit der mittel- und osteuropäischen Staaten und damit der Abhängigkeit von russischer Energie, während andere das Management dieser Abhängigkeit erleichtern helfen. In jedem Fall wird deutlich, dass Energiesicherheitsfragen für die mittel- und osteuropäischen Staaten in den nächsten zwei Jahrzehnten zunehmend an Bedeutung gewinnen werden und dieser Faktor in den Diskussionen über die Integration dieser Länder in die EU berücksichtigt werden muss.