Arbeitsmarktchancen junger Frauen in muslimischen Ländern Nordafrikas und des Mittleren Ostens

Fragestellung/Ziel: 

Vor dem Hintergrund, dass junge Frauen im Nahen Osten und Nordafrika weltweit die schlechtesten Arbeitsmarktchancen haben, wurde in diesem Projekt der zentralen Forschungsfrage nachgegangen, welche Einflussfaktoren auf die Arbeitsmarktchancen von jungen Frauen in den Ländern des Nahen Ostens und Nordafrikas wirken. Statt einer reinen Fokussierung auf Arbeitsmarktthemen verfolgte dieses Projekt eine holistische Perspektive, die gemäß des Konzepts der „Transition to Adulthood“ den Prozess des Arbeitsmarkteintritts in Kombination mit den wichtigen Prozessen des Bildungserwerbs und der Familiengründung erfasst. Gemäß einer Lebensverlaufsperspektive wurde ein mikro-makro-theoretisches Modell entwickelt, um die Chancen und Barrieren zu identifizieren, die Frauen in ihrer „Transition to Adulthood“ erfahren.

Für die empirischen Analysen wurden Ägypten, Iran, Jordanien und Syrien als Länderfallstudien ausgewählt. Es wurden Makrodaten zusammengetragen und analysiert, um den institutionellen, kulturellen und makrostrukturellen Kontext der vier ausgewählten Länder zu beschreiben. Außerdem wurden ägyptische, iranische, jordanische und syrische Mikrodaten national repräsentativer Paneldaten und retrospektiver Jugendbefragungen aus der Zeitperiode vor dem Arabischen Frühling untersucht. Auf Basis dieser Daten konnte der frühe Lebensverlauf von Frauen analysiert werden, was eine Identifikation der dynamischen Übergangsprozesse und kausalen Mikro-Mechanismen der „Transition to Adulthood“ ermöglichte.

Die Ergebnisse wurden auf internationalen Konferenzen präsentiert und in einer Monografie veröffentlicht (Gebel, M. and S. Heyne (2014). Transitions to adulthood in the Middle East and North Africa. Young women’s rising? Basingstoke: Palgrave MacMillan). Die Ergebnisse zeigen, dass es keine standardisierte „Transition to Adulthood“ gibt und stattdessen eine große Vielfalt an individuellen frühen Lebensverläufen von Frauen beobachtbar sind, was auf ein großes Maß an sozialer Ungleichheit innerhalb der Gruppe junger Frauen hindeutet. Eine Reihe an individuellen, familialen und kontextualen Faktoren konnte identifiziert werden, welche die Chancen von jungen Frauen in verschiedenen Lebensbereichen behindern oder begünstigen. Außerdem konnten starke Wechselbeziehungen von frühen Lebensbedingungen und Übergängen im Lebenslauf identifiziert werden.

Fact sheet

Finanzierung: 
MWK
Laufzeit: 
2011 bis 2014
Status: 
beendet
Datenart: 
Nationale Schulabgängerbefragungen und Haushaltspaneldaten
Geographischer Raum: 
Muslimische Länder Nordafrikas und des Mittleren Ostens

Veröffentlichungen