Die späte Karrierephase von Frauen in Europa und den USA – Erwerbschancen und Übergänge zwischen Familie, Arbeit und Rente

Fragestellung/Ziel: 

Das Projekt untersucht Erwerbschancen, Arbeitsmarktsequenzen und Übergänge zwischen Beschäftigung, Familie und Rente in der späten Karrierephase von Frauen (d.h. in der Phase von 50 bis 70 Jahren) aus einer international vergleichenden Perspektive. In den letzten Jahren ist ein starker Anstieg der Erwerbsquoten von älteren Frauen in nahezu allen Industriegesellschaften zu beobachten. In der soziologischen Lebenslaufforschung besteht hier allerdings eine Forschungslücke: In Analysen zu Erwerbsverläufen von Frauen liegt der Fokus zumeist auf der Vereinbarkeit von Familie und Beruf in der mittleren Lebensphase, während die Forschung zu Erwerbschancen älterer Personen Geschlechterunterschiede wenig thematisiert. Das Projekt adressiert diese Forschungslücke und beleuchtet das Zusammenspiel von individuellen Faktoren, der Haushalts- und Paarebene, betrieblichen Rahmenbedingungen sowie von Wohlfahrtsstaat und Sozialpolitik in der späten Karrierephase von Frauen in Europa und den USA. Zentrale Forschungsfragen sind, welche Faktoren das Erwerbsverhalten von Frauen in der späten Karrierephase beeinflussen und in welcher Weise sie Ungleichheit in Erwerbschancen und Arbeitsmarktübergängen erzeugen. Für die empirischen Analysen werden internationale und nationale Panel- und Lebenslaufdaten herangezogen und Sequenzmuster-, Ereignisdaten- sowie Mehrebenanalysen genutzt.

Arbeitsstand: 

Das vom Forschungsnetzwerk für Alterssicherung (FNA) finanzierte Teilprojekt zu Paarlebensläufen und Geschlechterungleichheit im Renteneinkommen wurde 2020 abgeschlossen. Drei Manuskripte zu den Projektergebnissen befinden sich im Begutachtungsprozess, darunter ein methodisches Forschungspapier, das die Qualität von Lebenslaufinformationen in Umfragedaten und prozessproduzierten Verwaltungsdaten vergleicht. Gegenwärtig arbeiten wir an Analysen zur Geschlechterungleichheit in Beschäftigung und Kinderbetreuung während der Corona-Pandemie unter Verwendung von Daten des German Internet Panel (GIP). In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Altersfragen (DZA) planen wir eine Studie über das Wohlbefinden von pflegenden Angehörigen während der Pandemie. Darüber hinaus setzen wir unsere Zusammenarbeit mit dem finnischen Bevölkerungsforschungsinstitut Väestöliitto fort.

Fact sheet

Finanzierung: 
MZES und Forschungsnetzwerk Alterssicherung (FNA)
Laufzeit: 
2016 bis 2022
Status: 
laufend
Datenart: 
Internationale und nationale Panel- und Lebenslaufdaten
Geographischer Raum: 
Europa, USA

Veröffentlichungen