Making Electoral Democracy Work

Fragestellung/Ziel: 

Making Electoral Democracy Work (MEDW) ist ein internationales Kooperationsprojekt, in dem Politikwissenschaftler, Ökonomen und Psychologen aus Kanada, Europa und den Vereinigten Staaten zusammenarbeiten. Es ist die ehrgeizigste Studie, die jemals über Auswirkungen von Wahlsystemen auf die Arbeitsweise von Demokratien durchgeführt wurde. Finanziert wird die Studie vom kanadischen Social Sciences and Humanities Research Council.

Für die Studie fanden im Zeitraum von 2011 bis 2015 Wählerbefragungen zu 18 Wahlen auf verschiedenen Regierungsebenen in Kanada, Frankreich, Deutschland, Spanien und der Schweiz statt. Die Analysen wurden dann mit Labor- und Onlineexperimenten vervollständigt. Wir sammelten und kodierten systematisch eine breite Palette von Parteienmaterial aus den drei Monaten vor den jeweiligen Wahlen sowie Informationsmaterial zur Durchführung der Kampagnen, welches die wichtigsten Ereignisse im Wahlkampf, die von den Medien veröffentlichten Umfragen und die offiziellen Meldungen umfasste. Außerdem führten wir semi-strukturierte Interviews mit den Leitern der Parteikampagnen durch, um mehr über die Strategien der Parteien zu erfahren.

Den größten wissenschaftlichen Einfluss für die Erklärung von Wahlen in Mehrebenensystemen hat das Modell der Second-Order Election (SOE). Wir konnten beobachten, dass das SOE-Modell einen entscheidenden wahren Kern hat: Wahlen werden sowohl von Wählern als auch von Parteien nicht alle als gleich wichtig eingeschätzt. Manche werden als wichtiger erachtet, und Wähler verhalten sich je nach Wichtigkeit der Wahl unterschiedlich. Unser zentrales Ergebnis ist, dass das SOE-Modell richtigliegt, wenn es hervorhebt, dass die Wähler den als unwichtiger erachteten Wahlen weniger Aufmerksamkeit schenken. Aber das SOE-Modell hat in zweierlei Hinsicht zu kurz gegriffen: Es hat fälschlicherweise angenommen, dass die Wähler nationale Wahlen immer für die wichtigsten Wahlen halten, und es hat zweitens übersehen, welche eigenständige Rolle die politischen Parteien dabei spielen.

Fact sheet

Finanzierung: 
Social Sciences and Humanities Research Council of Canada
Laufzeit: 
2011 bis 2017
Status: 
beendet
Datenart: 
Sekundärdatenanalyse, Paneldatenerhebung, Experimente
Geographischer Raum: 
Kanada, Frankreich, Deutschland, Spanien, Schweiz

Veröffentlichungen

Bücher

Golder, Sona, Ignacio Lago, André Blais, Elisabeth Gidengil und Thomas Gschwend (2017): Multi-Level Electoral Politics. Beyond the Second-Order Election Model. Oxford: Oxford University Press. [Comparative Politics] mehr