Geschlechterunterschiede in Kompetenzen und Bildungsentscheidungen bei Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund in Deutschland - Der Einfluss geschlechtsspezifischer Sozialisation

Fragestellung/Ziel: 

Geschlechtsspezifische Unterschiede bei Schulleistungen und -abschlüssen sowie Übergängen in die berufliche Bildung zeigen bei Einheimischen und Migranten zumeist in dieselbe Richtung. Allerdings gibt es Hinweise darauf, dass sich das Ausmaß der Unterschiede zwischen ethnischen Gruppen teilweise unterscheidet. Über die den Gemeinsamkeiten und Unterschieden zugrundeliegenden Mechanismen ist bisher jedoch nahezu nichts bekannt. Im geplanten Projekt sollen daher zunächst anhand der Daten der ersten drei Wellen des NEPS ethnische und geschlechtsspezifische Bildungslaufbahnen nachgezeichnet werden. So lässt sich zeigen, zu welchen Zeitpunkten, in welchen Bildungsbereichen und in welchem Ausmaß Unterschiede entlang der Bildungskarrieren existieren und wie sich diese entwickeln. Daran anschließend wird ein theoretisches Modell zu Erklärung der dem Bildungserfolg zugrunde liegenden schulischen Kompetenzen, Bildungs- und Berufswünsche sowie den daraus resultierenden Bildungsentscheidungen entwickelt und getestet. Neben der Rolle institutioneller und struktureller Rahmenbedingungen, werden wir dabei insbesondere die Bedeutung geschlechtsspezifischer Sozialisationspraktiken berücksichtigen. Denn geschlechtsspezifische Rollenvorstellungen sollten sich über primäre und sekundäre Effekte in den unterschiedlichen Stadien der Bildungslaufbahn bemerkbar machen und so geschlechtsspezifische Muster der Bildungsungleichheit hervorrufen.

Arbeitsstand: 

2014 lag der Fokus zunächst auf den mathematischen Kompetenzen sowie den auf das Fach Mathematik bezogenen Selbstwahrnehmungen der Jugendlichen mit und der Jugendlichen ohne Migrationshintergrund. Ergebnisse wurden beim zweiten Kolloquium des DFG Prioritäts-Programms (SPP) 1646 in Florenz vorgestellt und diskutiert. Zusätzlich wurde das akademische Selbstkonzept der Schüler mit und der Schüler ohne Migrationshintergrund analysiert und ein entsprechender Aufsatz zur Publikation eingereicht. Schließlich wurden vor dem Hintergrund der schwachen Arbeitsmarktintegration türkischstämmiger Frauen die beruflichen Aspirationen türkischstämmiger Schülerinnen in den Blick genommen. Erste Ergebnisse wurden auf dem Abschlusskolloquium des SPP 1646 in Bamberg vorgestellt und diskutiert.

Fact sheet

Finanzierung: 
DFG
Laufzeit: 
2011 bis 2015
Status: 
ongoing
Datenart: 
NEPS
Geographischer Raum: 
Deutschland

Veröffentlichungen