Geschlechterunterschiede in Kompetenzen und Bildungsentscheidungen bei Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund in Deutschland - Der Einfluss geschlechtsspezifischer Sozialisation

Fragestellung/Ziel: 

Geschlechtsspezifische Unterschiede bei Schulleistungen und -abschlüssen sowie Übergängen in die berufliche Bildung zeigen bei Einheimischen und Migranten zumeist in dieselbe Richtung. Allerdings gibt es Hinweise darauf, dass sich das Ausmaß der Unterschiede zwischen ethnischen Gruppen teilweise unterscheidet. Über die den Gemeinsamkeiten und Unterschieden zugrundeliegenden Mechanismen ist bisher jedoch nahezu nichts bekannt. Im geplanten Projekt sollen daher zunächst anhand der Daten der ersten drei Wellen des NEPS ethnische und geschlechtsspezifische Bildungslaufbahnen nachgezeichnet werden. So lässt sich zeigen, zu welchen Zeitpunkten, in welchen Bildungsbereichen und in welchem Ausmaß Unterschiede entlang der Bildungskarrieren existieren und wie sich diese entwickeln. Daran anschließend wird ein theoretisches Modell zu Erklärung der dem Bildungserfolg zugrunde liegenden schulischen Kompetenzen, Bildungs- und Berufswünsche sowie den daraus resultierenden Bildungsentscheidungen entwickelt und getestet. Neben der Rolle institutioneller und struktureller Rahmenbedingungen, werden wir dabei insbesondere die Bedeutung geschlechtsspezifischer Sozialisationspraktiken berücksichtigen. Denn geschlechtsspezifische Rollenvorstellungen sollten sich über primäre und sekundäre Effekte in den unterschiedlichen Stadien der Bildungslaufbahn bemerkbar machen und so geschlechtsspezifische Muster der Bildungsungleichheit hervorrufen.

Arbeitsstand: 

Neben der Aufbereitung der Daten des Nationalen Bildungspanels (NEPS) waren 2013 die Arbeitsschwerpunkte im Projekt die Analyse der geschlechtsspezifischen Leistungs- und Kompe­tenzunterschiede von Neuntklässler/innen mit und Neuntklässler/innen ohne Migrationshintergrund in Schulen in Deutschland. Analysen sowie auch theoretische Überlegungen konzentrierten sich dabei speziell auf die möglichen Einflüsse von normativen Geschlechterrolleneinstellungen und geschlechtsspezifischer Sozialisation. Ergebnisse wurden beim ersten Kolloquium des DFG Prioritäts-Programms 1646 und dem 4. Interdisziplinären Gender-Kolloquium in Rostock präsentiert. Darüber hinaus wurden weitere Datenquellen erschlossen. Die nächsten Projektschritte sehen die Analyse der Aspirationen und Übergänge im Anschluss an die Sekundarstufe I vor.

Fact sheet

Finanzierung: 
DFG
Laufzeit: 
2011 bis 2014
Status: 
ongoing
Datenart: 
NEPS
Geographischer Raum: 
Deutschland

Veröffentlichungen